{"id":11355,"date":"2019-09-23T10:05:47","date_gmt":"2019-09-23T08:05:47","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=11355"},"modified":"2019-09-25T16:08:39","modified_gmt":"2019-09-25T14:08:39","slug":"bindung-im-welpenalter-die-grundlage-des-entspannten-zusammenlebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/bindung-im-welpenalter-die-grundlage-des-entspannten-zusammenlebens\/","title":{"rendered":"Bindung im Welpenalter- Die Grundlage des entspannten Zusammenlebens"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie das auch? Den Druck, immer Alles geben zu m\u00fcssen und der Beste sein zu wollen; die hohen Anspr\u00fcche an sich selbst &#8211; sowohl beruflich als auch im Alltag. Ganz typisch f\u00fcr unsere Leistungsgesellschaft ist dieser Druck unl\u00e4ngst auch im Hundetraining und Zusammenleben mit unseren Hunden angekommen. Nicht nur in Gruppentrainings, Seminaren und Workshops werden die Leistungen der Hunde miteinander verglichen. Bereits in den Welpengruppen tauschen sich Halter stolz dar\u00fcber aus, welche Tricks ihr Liebling schon zuverl\u00e4ssig ausf\u00fchren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Mensch-Hund-Bindung als Grundlage f\u00fcr alles<\/h3>\n<p>Was wir als Halter durch diesen Druck manchmal zu vergessen scheinen: ein Welpe ist noch ein Baby! In der Regel kommt Ihr Welpe im Alter von acht bis zehn Wochen zu Ihnen. F\u00fcr ihn ist es zu dieser Zeit von elementarer Bedeutung, die Welt zu entdecken, Erfahrungen zu sammeln, Kontakt zur sozialen Gruppe herzustellen, seinen Platz in dieser Gruppe und in seinem neuen Zuhause zu finden. Dies ist eine aufregende und anstrengende Zeit f\u00fcr einen Welpen, w\u00e4hrend der wir ihm besonders viel Liebe, Aufmerksamkeit, Verst\u00e4ndnis und Sicherheit zukommen lassen sollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welpen ben\u00f6tigen einen Sozialpartner an ihrer Seite, der ihn auf seiner Entdeckungstour durch die Welt begleitet, ihm dabei als sicherer Fels in der Brandung zur Seite steht und f\u00fcr die n\u00f6tige Sicherheit sorgt. Denn erst, wenn ein Welpe sich sicher, besch\u00fctzt und wohl f\u00fchlt, ist Lernen &#8211; also das eigentliche Hundetraining &#8211; \u00fcberhaupt m\u00f6glich. F\u00fchlt sich ein Welpe unsicher oder \u00e4ngstlich, l\u00f6st dies Stress in ihm aus, was das Lernen blockiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit Sie mit Ihrem Welpen erfolgreich und nachhaltig trainieren k\u00f6nnen, ist es also von wichtiger Voraussetzung, dass Sie sich vorher mit den drei S\u00e4ulen einer sicheren und stabilen Mensch-Hund-Bindung auseinandersetzen. Hierzu z\u00e4hlen das Vermitteln der eben genannten Sicherheit und des Vertrauens sowie das Festlegen eines Grundger\u00fcstes durch Strukturen und Rituale und der Austausch von Zuneigung und k\u00f6rperlicher N\u00e4he.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>So vermitteln Sie Ihrem Welpen Vertrauen und Sicherheit<\/h3>\n<p>F\u00fcr einen Welpen ist zu anfangs alles ganz neu und aufregend, wenn er in seine neue Familie kommt. Er m\u00f6chte die Gegend erkunden, Ger\u00fcche kennenlernen und muss f\u00fcr sich herausfiltern, welche Dinge f\u00fcr ihn etwas Gutes bedeuten und wovon er sich besser fernh\u00e4lt. Wenn unser Welpe dabei ist, Erfahrungen zu sammeln, sollten Sie unbedingt dabei sein, um ihn zu unterst\u00fctzen. Wenn er eine unangenehme Erfahrung macht oder pl\u00f6tzlich ver\u00e4ngstigt wirkt, zeigen Sie ihm, dass er nicht allein ist und Sie an seiner Seite sind. Und wenn er sich langsam Schritt f\u00fcr Schritt an einen neuen Reiz heranpendelt, ermutigen Sie Ihren Welpen und bieten ihm R\u00fcckhalt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch in der Hundeschule w\u00e4hrend der Welpengruppe k\u00f6nnen Sie lernen, Ihrem Hund Schutz zu bieten. Die ist besonders wichtig, da sich Ihr Welpe zu dieser Zeit in der sozial sensiblen Phase befindet, in der alles Gelernte besonders intensiv und nachhaltig gespeichert wird und daher auch Auswirkungen auf sein weiteres Erwachsenenleben hat. Hundebegegnungen und der Umgang mit anderen Hunden stellen sp\u00e4ter eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen im Alltag f\u00fcr das Mensch-Hund-Team dar. Lernt Ihr Welpe bereits jetzt, dass er w\u00e4hrend der Anwesenheit anderer Hunde einen sicheren R\u00fcckzugsort bei Ihnen hat und dort Schutz findet, wird seine Bereitschaft auch als erwachsener Hund gr\u00f6\u00dfer sein, sich in Stress-Situationen an Sie zu wenden statt eine Hundebegegnungen selbstst\u00e4ndig m\u00f6glicherweise durch eine Konfrontation zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sucht Ihr Welpe also aktiv Schutz bei Ihnen als Bindungspartner, gehen Sie in die Hocke und verschr\u00e4nken Ihre Arme vor dem Welpen, sodass andere Hunde abgehalten werden. Dies zeigt Ihrem Welpen, dass Sie ihn verstehen, er immer Sicherheit und R\u00fcckzug bei Ihnen findet und wir die Situation f\u00fcr ihn regeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ein Grundger\u00fcst aus Strukturen und Ritualen zur Orientierung<\/h3>\n<p>Eine weitere wichtige S\u00e4ule, die von Welpenalter an ber\u00fccksichtigt werden sollte, sind Strukturen und Rituale. Feste Gewohnheiten im Alltag bieten Sicherheit und sparen Energie, um sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren, wie auf Entdeckungstour zu gehen, mit Ihnen als Bindungspartner zu spielen, herumzutollen, zu wachsen oder neue Menschen und Hunde kennenzulernen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Ritual, das sehr hilfreich auch f\u00fcr das sp\u00e4tere Zusammenleben ist, ist das Ruhe-Ritual \u201cEntspannung auf Signal\u201d. Dabei wird dem Hund eine konditionierte Entspannung beigebracht. Ein Reiz wie ein Halstuch, ein Aroma\u00f6l oder ein Wortsignal wird mit dem Gef\u00fchl der Entspannung in Verbindung gebracht, indem wir diesen Reiz immer auftauchen lassen, wenn wir uns gemeinsam mit unserem Hund bei einer Massage oder Kuscheleinheit in Ruhe entspannen. So wird dieser Reiz zum Ausl\u00f6ser f\u00fcr ein Entspannungsgef\u00fchl und kann beispielsweise dazu genutzt werden, Ihren Welpen nach dem Spaziergang oder bei Aufregung herunterzufahren. Auch Ihnen kann es helfen, dadurch besser zu entspannen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dadurch dass Ihr Welpe jetzt schon lernt, regelm\u00e4\u00dfig herunterzufahren und zur Ruhe zu kommen, wird er zuk\u00fcnftig weniger schnell aufdrehen, wenn er Aufregung versp\u00fcrt und anschlie\u00dfend wieder schneller herunterfahren k\u00f6nnen. Welpen und Junghunde \u00fcberreizen und \u00fcberdrehen im Alltag schneller als erwachsene Hunde. Hier ist es unsere Aufgabe, ab einem bestimmten Zeitpunkt einzugreifen und daf\u00fcr zu sorgen, dass der Welpe wieder zur Ruhe kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein weiteres sehr wichtiges und hilfreiches Ritual ist das Abschiedsritual. Auf kurz oder lang sollten wir unserem Hund beibringen, wenigstens f\u00fcr einige Stunden entspannt allein Zuhause zu bleiben, w\u00e4hrend wir beispielsweise den Wocheneinkauf erledigen. Das entspannte Alleinebleiben wird dabei ganz kleinschrittig ge\u00fcbt. Das Abschiedsritual hilft unseren Hunden zu verstehen, dass sie nun f\u00fcr einige Zeit alleine bleiben. Signalisieren Sie nicht, wenn Sie das Haus f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit verlassen und gehen einfach kommentarlos hinaus, f\u00e4ngt Ihr Hund irgendwann an, Sie zu suchen, wird unruhig oder f\u00e4ngt mitunter an zu jaulen. Daher bietet es sich an, einen bestimmten Satz einzuf\u00fchren, wie zum Beispiel: \u201cPass gut auf\u2019s Haus auf.\u201d oder \u201cIch bin gleich wieder da.\u201d. Wenn Sie diesen Satz immer wieder sagen, kurz bevor Sie das Haus verlassen, wei\u00df Ihr Hund ganz genau, in welcher Situation er sich nun befindet und was er zu erwarten hat. Wurde das entspannte Alleinebleiben zuverl\u00e4ssig etabliert, hat Ihr Hund gelernt, dass Sie nach einiger Zeit auch wieder zu ihm zur\u00fcck kommen. Am besten sagen Sie Ihren Satz, wenn Ihr Hund ruhig und entspannt auf seinem Platz liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zuneigung und k\u00f6rperliche N\u00e4he<\/h3>\n<p>Und zu guter Letzt tragen auch Zuneigung und k\u00f6rperliche N\u00e4he zu einer sicheren und stabilen Mensch-Hund-Bindung im Welpenalter bei. Zur Zuneigung z\u00e4hlt alles, was Sie zwischen sich und Ihrem Welpen gewollt als angenehmen Kontakt austauschen. Dies k\u00f6nnen Blicke sein, die Ihnen Ihr Welpe auf dem Spaziergang zuwirft sowie Aufmerksamkeit zeigen, Kontaktliegen, Fellpflege, Kuscheln oder Ohrenkraulen. Gerade Welpen suchen noch vermehrt den K\u00f6rperkontakt zu ihren Bindungspartnern, was Sie sehr gut zur St\u00e4rkung Ihrer Bindung f\u00fcr sich nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie sollten viel mit Ihrem Welpen in Kontakt sein, viel Zeit gemeinsam verbringen, viel spielen, auch mal ohne Spielzeug oder Gegenst\u00e4nde &#8211; einfach auf ganz nat\u00fcrliche Weise. Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen Sie auch hier damit beginnen, den einen oder anderen kleinen Trick einzu\u00fcben, denn auch Erfolgserlebnisse im Training st\u00e4rken ungemein die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Welpen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es sollte aber weiterhin ber\u00fccksichtigt werden, dass Training &#8211; gerade im Welpenalter &#8211; nie die oberste Priorit\u00e4t haben sollte. Viel wertvoller ist das Miteinander, dass sich der Welpe wohl f\u00fchlt, dass er sich sicher, beh\u00fctet und besch\u00fctzt f\u00fchlt, dass er einen Sozialpartner an seiner Seite hat, dem er vertrauen kann. Und wenn das alles stimmt, dann steht auch einem erfolgreichen Training nichts mehr im Wege!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Eine sichere und stabile Bindung zu Ihrem Hund ist eine langfristige und nachhaltige L\u00f6sung<\/h3>\n<p>H\u00e4ufig ist es so, dass das Training im Welpenalter super l\u00e4uft. Sobald der Hund allerdings anf\u00e4ngt zu pubertieren, in das Junghundalter kommt und beginnt, sich mit anderen Reizen auseinanderzusetzen, h\u00f6ren viele Hunde pl\u00f6tzlich nicht mehr so gut und es f\u00e4llt uns schwer, mit diesen Reizen zu konkurrieren. Besonders dann ist es wichtig, dass Ihr Welpe gelernt hat, was es bedeutet, Sicherheit von uns zu erfahren, dass er sich in allen Situationen auf uns verlassen kann, dass er gemeinsam mit uns als Mensch-Hund-Team agiert und durch keine schwierige Situation alleine hindurch muss. So halten Sie auch die Orientierung Ihres Hundes an sich und haben es in zuk\u00fcnftigen (Trainings)Situationen einfacher. Hat Ihr Hund das gelernt und verstanden, dann sind die richtigen Weichen, die perfekte Grundlage, f\u00fcr ein weiteres, harmonisches und entspanntes Zusammenleben gelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie das auch? 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