{"id":12284,"date":"2020-01-02T12:09:43","date_gmt":"2020-01-02T11:09:43","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=12284"},"modified":"2020-04-27T12:32:56","modified_gmt":"2020-04-27T10:32:56","slug":"koerpersprache-des-hundes-richtig-mit-dem-hund-kommunizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/koerpersprache-des-hundes-richtig-mit-dem-hund-kommunizieren\/","title":{"rendered":"K\u00f6rpersprache des Hundes- Richtig mit dem Hund kommunizieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beschwichtigungssignale &#8211; Richtig mit dem Hund kommunizieren<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beschwichtigungssignale, oder auch Demutsgeb\u00e4rden oder Calming Signals genannt, sind genetisch fixierte \u201eH\u00f6flichkeitsfloskeln\u201c, die dem Hund in der Kommunikation mit Artgenossen und Menschen helfen, sich in unbehaglichen Situationen zu verst\u00e4ndigen, um gegen sein Gegen\u00fcber einzulenken, um einen m\u00f6glichen Konflikt abzuwenden. Au\u00dferdem dienen sie dem Hund dazu, sich selbst zu beruhigen.<\/p>\n<p><strong>Welche Beschwichtigungssignale gibt es?<\/strong><\/p>\n<p>Alle Beschwichtigungssignale, die der Hund zeigt, sind doppelbelegte Signale. Sie m\u00fcssen also im Gesamtkontext der Situation betrachtet und interpretiert werden. So kann ein G\u00e4hnen einfach nur bedeuten, dass der Hund m\u00fcde ist. Oftmals zeigt G\u00e4hnen des Hundes aber auch \u00dcberforderung. Neben dem G\u00e4hnen sind weitere Beschwichtigungssignale auch den Kopf oder den ganzen K\u00f6rper abwenden, Pf\u00f6teln, sich im Bogen zu n\u00e4hern, die Augen zusammenzukneifen, Z\u00fcngeln bzw. sich \u00fcber die Nase oder Schnauze lecken, ohne erkennbaren Grund auf dem Boden schn\u00fcffeln, Erstarren oder die Vorderk\u00f6rpertiefstellung.<\/p>\n<p>Im Folgenden gehen wir auf die f\u00fcnf Beschwichtigungssignale ein, die in der Regel am h\u00e4ufigsten gezeigt werden.<\/p>\n<p><strong>G\u00e4hnen<\/strong><\/p>\n<p>Hunde g\u00e4hnen, wenn sie m\u00fcde sind. Sie zeigen dieses Verhalten aber auch in Stresssituationen und wenn sie sich \u00fcberfordert f\u00fchlen. Auch um sich in Stresssituationen herunterzufahren, wird G\u00e4hnen eingesetzt. Sie erleben G\u00e4hnen vielleicht auch h\u00e4ufig im Training, auf dem Hundeplatz oder beim Ein\u00fcben von Tricks als Zeichen von zu viel Druck des Halters oder von \u00dcberforderung. Ihr Hund m\u00f6chte damit sagen: \u201eK\u00f6nnen wir bitte aufh\u00f6ren oder einen Schritt zur\u00fcckfahren? Das ist mir hier gerade etwas zu viel.\u201c<\/p>\n<p><strong>Den K\u00f6rper oder Blick abwenden<\/strong><\/p>\n<p>Was Sie bei genauer Beobachtung auch erkennen k\u00f6nnen, ist das Abwenden des Blicks oder sogar des gesamten K\u00f6rpers. Wenn sich ein Hund unwohl f\u00fchlt oder auch, wenn er kein Interesse an einem entgegenkommenden Hund hat, wendet er seinen Blick ab (eher bei Unsicherheit oder Unwohlsein) oder auch den ganzen K\u00f6rper (eher bei Desinteresse). Auch Hunde, die genervt sind, wenden ihren K\u00f6rper ab, um ihrem Gegen\u00fcber freundlich mitzuteilen: \u201eJetzt habe ich keine Lust auf Interaktion mit dir.\u201c Auch Hunde, deren Menschen sich beim Geschirr anziehen \u00fcber sie beugen, wenden gerne den Blick, Kopf oder K\u00f6rper ab. Dieses Verhalten sieht man zudem h\u00e4ufig beim Streicheln \u00fcber den Kopf des Hundes.<\/p>\n<p><strong>Pfote heben<\/strong><\/p>\n<p>Hunde pf\u00f6teln oft, wenn sich ein Hund bei einer Hundebegegnung ann\u00e4hert. H\u00e4ufig wird die Pfote gehoben, w\u00e4hrend sich die Hunde w\u00e4hrend der Begr\u00fc\u00dfung am Hinterteil beschnuppern. Dies ist ein typisches Signal, das oftmals in Kombination mit anderen Beschwichtigungssignalen auftritt. Auch das Pfoteheben wird regelm\u00e4\u00dfig gezeigt, wenn der Hund sich leicht bedr\u00e4ngt und eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlt, wie auch hier beim Geschirr Anziehen. Dies erkennen Sie an eingeknickten Hinterl\u00e4ufen und einer nach hinten verlagerten K\u00f6rperhaltung.<\/p>\n<p><strong>Augenkontakt vermeiden<\/strong><\/p>\n<p>Sich tief in die Augen zu sehen ist ein menschliches Konzept und beim Hund eher als fixierendes, aufforderndes und provozierendes Verhalten mit starren Blicken zu beurteilen, was also das genaue Gegenteil von Beschwichtigung bedeuten w\u00fcrde. Daher ist es h\u00f6flich, den Blick abzuwenden und Augenkontakt zu vermeiden. Wenn Hunde aufeinandertreffen und sich h\u00f6flich n\u00e4hern, schauen sie in entgegengesetzte Richtungen oder an dem anderen vorbei. St\u00e4ndiges Blinzeln steht dabei \u00fcbrigens f\u00fcr Unsicherheit.<\/p>\n<p><strong>Z\u00fcngeln<\/strong><\/p>\n<p>Auch z\u00fcngeln oder sich \u00fcbers Maul lecken sieht man sehr h\u00e4ufig als Beschwichtigungssignal. Z\u00fcngeln ist in seiner Bedeutung doppelt belegt, denn sich \u00fcber die Nase oder Schnauze lecken zeigen Hunde nat\u00fcrlich auch nach dem Fressen. Z\u00fcngeln wird von unseren Hunden sehr h\u00e4ufig als Signal zur Beschwichtigung eingesetzt, insbesondere dann, wenn man mal etwas zu grob mit seinem Hund umgeht, indem man beispielsweise die Stimme f\u00fcr den Hund etwas zu stark erhebt. Auch bei \u00dcberforderung wird dieses Beschwichtigungssignal gezeigt und generell, wenn man mit zu viel Druck arbeitet. Dieses Signal bemerken Sie als Halter nicht immer sofort, da es sehr schnell gezeigt wird und nicht lange andauert. Der Hund versucht hierdurch au\u00dferdem etwas mehr Abstand zu schaffen. Dadurch lernen Hunde untereinander ihre Individualdistanz kennen und einzuhalten.<\/p>\n<p><strong>Beschwichtigungssignale zur besseren Kommunikation in Ihrem Mensch-Hund-Team<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Ihre Mensch-Hund-Bindung ist es sehr von Vorteil, die Beschwichtigungssignale Ihres Hundes zu verstehen, denn er versucht sich damit verst\u00e4ndlich zu machen. Strafen wir ihn oder gehen nicht auf ihn ein, werden seine Bed\u00fcrfnisse nicht wahrgenommen. Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen, mit ihm klar zu kommunizieren und nehmen seine beschwichtigenden Signale war, f\u00fchlt sich Ihr Hund verstanden und sicher. Und das ist das aller wichtigste und nachhaltigste, was Sie f\u00fcr Ihren Hund tun k\u00f6nnen und nat\u00fcrlich auch das Sch\u00f6nste, da Sie sich gegenseitig verstanden f\u00fchlen und Sie klar miteinander kommunizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Unser Tipp: Filmen Sie sich beim \u00dcben mit Ihrem Hund<\/strong><\/p>\n<p>Um Ihren Hund besser zu verstehen, k\u00f6nnen Sie sich und Ihren Hund beim Training filmen und sich das Video im Nachhinein ansehen. Wann hat Ihr Hund beschwichtigt? Hat er seine Pfote gehoben oder sich \u00fcber die Nase geleckt? Hat er seinen Blick zwischendurch abgewendet? Falls ja, dann war das Lernpensum eventuell zu viel oder der Druck f\u00fcr ihn zu hoch. Selbst, wenn wir es gar nicht so gemeint haben und keinen Druck aufbauen wollten, so kann es dennoch bei unserem Hund so ankommen. Es lohnt sich also sehr, hier mal genauer hinzuschauen, damit sich Ihr Hund bei Ihnen als seinen Halter, seiner Bezugsperson, sicher f\u00fchlen kann und wei\u00df, dass er sich auf Sie verlassen kann. Das f\u00fchrt auch zu mehr Vertrauen auf den Spazierg\u00e4ngen und wiederum zu weniger Konflikten mit anderen Mensch-Hund-Teams.<\/p>\n<p><strong>Beschwichtigungssignale und Rassenunterschiede<\/strong><\/p>\n<p>Generell gilt: da Beschwichtigungssignale genetisch verankert sind, k\u00f6nnen sie alle Hunde zeigen. Trotzdem sind sie individuell zu betrachten: der eine Hunde zeigt das eine Beschwichtigungssignal h\u00e4ufiger, der andere Hund das andere. Je nachdem, mit welchem sie sich besser verstanden f\u00fchlen und welches eher zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchrt. Rassen mit langem Fell, bei denen Haaraufstellen oder Blinzeln nicht gut sichtbar sind, bedienen sich auf Dauer eher Signalen in der K\u00f6rperhaltung statt in der Mimik und Gestik. Hunde mit kupierter Rute k\u00f6nnen ihre Rute nicht vern\u00fcnftig zur Kommunikation einsetzen. Und der Mops mit seinem faltigen Gesicht ist stark in seiner Mimik eingeschr\u00e4nkt und wird daher eher seinen K\u00f6rper zur Kommunikation und zur Beschwichtigung einsetzen, indem er beispielweise seine Pfote hebt. Bei Hunden mit eingeschr\u00e4nkter Mimik und Gestik lohnt es sich daher eher auf die K\u00f6rpersprache zu achten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschwichtigungssignale &#8211; Richtig mit dem Hund kommunizieren &nbsp; Beschwichtigungssignale, oder auch Demutsgeb\u00e4rden oder Calming","protected":false},"author":11,"featured_media":13103,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[272,265],"tags":[270,302,281,283],"class_list":["post-12284","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-psychologie","category-wissen","tag-erziehung","tag-koerpersprache","tag-rassen","tag-wissen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12284"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12284\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}