{"id":14306,"date":"2020-03-10T10:09:53","date_gmt":"2020-03-10T09:09:53","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=14306"},"modified":"2020-03-16T12:42:37","modified_gmt":"2020-03-16T11:42:37","slug":"schritt-fuer-schritt-das-richtige-tempo-in-der-erziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/schritt-fuer-schritt-das-richtige-tempo-in-der-erziehung\/","title":{"rendered":"Schritt f\u00fcr Schritt- Das richtige Tempo in der Erziehung"},"content":{"rendered":"<p>Dem Vierbeiner etwas beizubringen ist nicht nur f\u00fcr ein stressfreies Zusammenleben notwendig, sondern macht auch Spa\u00df und ist Gehirnjogging f\u00fcr den Hund. Doch nicht selten ist der Zweibeiner frustriert, weil der Hund nicht macht was er soll. Sehr oft ist das deshalb so, weil der Vierbeiner mangels richtiger \u201eAufbereitung\u201c des Trainings gar nicht verstehen und lernen konnte, was sein Mensch m\u00f6chte. Nicht, weil er die Ohren auf Durchzug stellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>Mit Hilfe von Futterhappen geht ein 5 Monate alter Junghund an der linken Seite seiner Besitzerin schon ganz gut bei Fu\u00df und setzt sich dort auch. Dann steht in der Hundeschule eine neue \u00dcbung auf dem Programm \u2013 der Vierbeiner soll nun lernen, sich auch an die andere Seite seiner Besitzerin setzen und dazu auf ein Kommando von links nach rechts wechseln. Ge\u00fcbt wird das, indem der Hund an der Leine von der einen auf die andere Seite gezogen wird. Doch der Erfolg stellt sich nicht ein und die Besitzerin hat das Gef\u00fchl, dass etwas suboptimal l\u00e4uft.\u00a0 Ihr Gef\u00fchl t\u00e4uscht sie nicht, denn hier fehlt der Aufbau.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte man die \u00dcbung gestalten, damit der Hund sich leicht tut, sie zu verstehen?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sollte zumindest das Sitzen auf der linken Seite soweit gefestigt sein, dass der Vierbeiner, wenn er dicht vor Ihnen ist und \u201eFu\u00df\u201c h\u00f6rt, sich ohne Happen in der Hand an Ihre Seite setzt. So wei\u00df man, dass er es kann. Erst jetzt kommt der n\u00e4chste Schritt. Nun wird das Sitzen auf der rechten Seite genauso trainiert, wie der Hund die linke Seite gelernt hat &#8211; jedoch mit einem anderen H\u00f6rzeichen, z.B. \u201eRechts\u201c. Erst wenn er sich nach einiger Zeit wie oben ohne die Hilfe von Futterhappen auf \u201eRechts\u201c auch an Ihre rechte Seite setzt, hat er beide Positionen gelernt und kann sie unterscheiden. Nun erst kommt der letzte Schritt \u2013 der Vierbeiner sitzt an einer Seite und wechselt auf das H\u00f6rzeichen f\u00fcr die andere Seite dorthin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kleine Schritte<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt, dass der Vierbeiner eine \u00dcbung nur dann wirklich lernen kann, wenn sie in kleine Bestandteile zerlegt wird. Immer erst wenn die erste Stufe zuverl\u00e4ssig klappt, wird der n\u00e4chste Schritt gemacht. Das macht das Training sowohl f\u00fcr den Hund, als auch f\u00fcr den Mensch wesentlich angenehmer. Der Vierbeiner kann so stressfrei jede Stufe verinnerlichen. Frust und \u00dcberforderung bleiben au\u00dfen vor und es kommt dadurch gar nicht erst soweit, dass der Hund etwas anders macht als gewollt. Wie lange es dauert, bis man von einer Stufe zu n\u00e4chsten gehen kann, ist unterschiedlich. So wird es beispielsweise einem phlegmatischen Hund oder einem, der sich nicht leicht ablenken l\u00e4sst leichter fallen, l\u00e4nger ruhig liegen oder sitzen zu bleiben. Ein temperamentvolles Energieb\u00fcndel oder ein Vierbeiner, der sich sehr f\u00fcr seine Umgebung interessiert, braucht dagegen l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Sehen wir uns ein paar Alltags\u00fcbungen an, die \u201eanf\u00e4llig\u201c f\u00fcr einen mangelnden Aufbau sind und zerlegen sie in ihre Bestandteile.<\/p>\n<p><u>Warten in der Diele<\/u><\/p>\n<p>Nehmen wir an, Sie m\u00f6chten, dass Ihr Hund in der Diele sitzen bleibt, wenn es klingelt und Sie in Ruhe die T\u00fcre \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Was muss der Vierbeiner dabei letztlich k\u00f6nnen?\u00a0 Er muss unter hoher Ablenkung l\u00e4ngere Zeit ohne Sie an einer Stelle sitzen bleiben. Noch dazu sind Sie dabei auch noch bei der Ablenkung. Das ist ziemlich anspruchsvoll!\u00a0 Doch viele kleine Schritte f\u00fchren zum Ziel: Zuerst muss der Hund das \u201eSitz\u201c k\u00f6nnen. Als n\u00e4chstes lernt er, bis zu ein paar Minuten ohne Ablenkung neben Ihnen zu sitzen, dann mit langsam steigender Ablenkung. Der n\u00e4chste Schritt ist dann, dass er auf Ihr \u201eBleib\u201c \u2013 ohne Ablenkung &#8211; sitzen bleibt und Sie sich vor ihn stellen \u2013 zuerst dicht vor ihn und nur kurz, dann wird die Zeit ausgedehnt. Dann gehen Sie nach und nach weiter weg von ihm, aber immer verl\u00e4ngern Sie zuerst die Zeit. Als n\u00e4chstes gehen Sie parallel zu ihm vor ihm hin und her, allm\u00e4hlich wird daraus ein Halbkreis, dann ein Kreis.\u00a0 Immer kommen Sie zu ihm zur\u00fcck und loben ihn. Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re, in der N\u00e4he von Ablenkung zu \u00fcben. Dann folgt, dass Sie sich, w\u00e4hrend Sie vom Hund weg sind, mit jemandem unterhalten oder jemand begr\u00fc\u00dfen. Erst jetzt ist der Vierbeiner fit daf\u00fcr, im Flur sitzen zu bleiben, w\u00e4hrend Sie die Haust\u00fcre \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In \u00e4hnlichen kleinen \u201eHappen\u201c lernt der Hund, auf seinem Platz liegen zu bleiben. H\u00e4ufig wird aber so trainiert, dass schon auf der \u201eEndstufe\u201c begonnen wird. Dann macht der Hund die \u00dcbung nat\u00fcrlich falsch, steht auf und wird jedes Mal wieder an die urspr\u00fcngliche Stelle zur\u00fcck gebracht, bis er dort bleibt. Aber das ist dem Vierbeiner gegen\u00fcber eigentlich unfair. Denn so wird er korrigiert, ohne dass er verstehen und lernen konnte, was er eigentlich soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Kommen auf Ruf<\/u><\/p>\n<p>Auch hier braucht es viele Einzelschritte, bis man erwarten kann, dass der Vierbeiner auf Ruf oder Pfiff sofort umkehrt und schnellstm\u00f6glich kommt \u2013 vor allem auch dann, wenn er bereits etwas Interessantes entdeckt hat.<\/p>\n<p>Schritt eins ist, dass er erst mal Ihr \u201eHier\u201c (oder was Sie daf\u00fcr verwenden) mit dem Kommen verkn\u00fcpft. Das wird zun\u00e4chst nur im Haus und ohne Ablenkung ge\u00fcbt. Am besten so, dass den Hund einer festh\u00e4lt, der andere ruft ihn aus zwei, drei Metern Entfernung. Die n\u00e4chste Stufe ist die, ihn ohne Festhalten innerhalb der Wohnung und ohne jegliche Ablenkung zu rufen. Erst wenn das immer klappt, geht es hinaus. Aber auch jetzt wird der Vierbeiner nur gerufen, wenn er nur wenige Meter entfernt und nicht abgelenkt ist. Erst wenn das klappt, wird er \u2013 noch immer ohne dass ihn etwas ablenkt \u2013 aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung gerufen. Nun erst wird er gerufen, wenn eine Ablenkung weiter weg zu sehen ist. Dann, wenn die Ablenkung n\u00e4her ist usw.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch in der Realit\u00e4t wird er Hund h\u00e4ufig ohne jegliche Vor\u00fcbungen gerufen. Gern dann, wenn er mit einem Artgenossen tobt oder etwa Fremde anspringt. Kommt er nicht, ist er \u201eungehorsam\u201c oder \u201edominant\u201c. Doch woher soll er es k\u00f6nnen? Es kann nicht funktionieren, denn von Nichts kommt nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Training \u00fcberdenken<\/u><\/p>\n<p>Vielleicht gibt es auch bei Ihrem Vierbeiner etwas, was einfach nicht klappen will? \u00dcberlegen Sie, ob Sie beim \u00dcben einen oder mehrere Zwischenschritte \u00fcbersprungen haben. Am besten \u00fcberdenken Sie die \u00dcbung mal genau und schreiben sich auf, in welche kleine \u201eH\u00e4ppchen\u201c sich das, was Sie Ihrem Hund beibringen m\u00f6chten, zerlegen l\u00e4sst.\u00a0 So k\u00f6nnen Sie gut erkennen, welche L\u00fccken es wom\u00f6glich gibt. Bauen Sie die \u00dcbung dann nochmal neu auf. Jetzt wird Ihr Hund sie verstehen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Vierbeiner etwas beizubringen ist nicht nur f\u00fcr ein stressfreies Zusammenleben notwendig, sondern macht auch Spa\u00df und ist Gehirnjogging","protected":false},"author":11,"featured_media":15415,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216],"tags":[270,232,269],"class_list":["post-14306","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erziehung","tag-erziehung","tag-training","tag-welpe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14306"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14306\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}