{"id":15421,"date":"2020-03-25T08:44:36","date_gmt":"2020-03-25T07:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=15421"},"modified":"2020-03-17T10:45:45","modified_gmt":"2020-03-17T09:45:45","slug":"clickertraining-was-ist-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/clickertraining-was-ist-das\/","title":{"rendered":"Clickertraining \u2013 was ist das?"},"content":{"rendered":"<p>Vermutlich ist Ihnen das Clickertraining im Zusammenhang mit der Erziehung und Besch\u00e4ftigung des Vierbeiners schon mal irgendwo begegnet. Mancher fragt sich, wof\u00fcr das gedacht ist und was es damit auf sich hat.<\/p>\n<p><u>Was ist ein Clicker?<\/u><\/p>\n<p>Das ist eine Art\u00a0 \u201eKnackfrosch\u201c, mit dem man das Clickger\u00e4usch erzeugt. Clicker gibt es im Hundebedarf mittlerweile in unterschiedlichsten Formen und Farben.<\/p>\n<p><u>Welches Prinzip steckt dahinter?<\/u><\/p>\n<p>Hier wirkt das Prinzip der positiven Verst\u00e4rkung \u2013 auf ein erw\u00fcnschtes Verhalten folgt etwas Angenehmes. Der Clicker sagt dem Hund \u201eDas hast du gut gemacht, hol dir deine Belohnung ab\u201c. Er ist ein sogenannter sekund\u00e4rer Verst\u00e4rker. Was bedeutet das? Das Ger\u00e4usch des Clickers ist f\u00fcr den Hund zun\u00e4chst ohne Bedeutung. Er verbindet damit nichts. Anders als bei prim\u00e4ren Verst\u00e4rkern. Ein solcher ist beispielsweise Futter. Jeder Hund braucht es. So ist Fressen ein nat\u00fcrliches Bed\u00fcrfnis des Hundes und hat f\u00fcr ihn so von Natur aus eine angenehme und \u201ebelohnende\u201c Bedeutung.<\/p>\n<p>Verkn\u00fcpft man nun durch entsprechendes Training (Konditionierung) einen prim\u00e4ren Verst\u00e4rker (hier Futter) mit einem sekund\u00e4ren (Clickger\u00e4usch), bekommt der Clicker dadurch f\u00fcr den Hund eine Bedeutung.\u00a0 N\u00e4mlich die Versprechung eines Happens.<\/p>\n<p>Auch im Leben von uns Zweibeinern spielen sekund\u00e4re Verst\u00e4rker eine Rolle. So w\u00e4re Geld f\u00fcr uns nichts als Papier und Metall, wenn wir damit nichts kaufen k\u00f6nnten. Nur weil wir damit unsere Bed\u00fcrfnisse nach Essen, Kleidung usw. erf\u00fcllen k\u00f6nnen, hat Geld f\u00fcr uns diesen hohen Wert.<\/p>\n<p><u>So lernt der Hund die Bedeutung des Clickers<\/u><\/p>\n<p>Um den Clicker einsetzen zu k\u00f6nnen, muss der Vierbeiner vorher darauf konditioniert werden. Dazu legt man sich ein H\u00e4ufchen leckerer, weicher Happen griffbereit auf dem Tisch oder der K\u00fcchenanrichte zurecht. Sie m\u00fcssen f\u00fcr den Hund ein echtes Highlight sein. Der Hund ist direkt bei Ihnen. Nun wird einmal geclickert, unmittelbar danach nimmt man einen Happen und gibt ihn dem Vierbeiner. Der Happen muss schnell gegeben werden, Sie nehmen ihn aber erst nach dem Click in die Hand. Dieses \u201eClick-Leckerchen\u201c wird nun f\u00fcnfzehn bis zwanzig Mal nacheinander wiederholt. Nach zwei bis drei solcher Sitzungen \u00fcber zwei, der Tage hat der Hund beides meist schon verkn\u00fcpft. Als einmaligen Test clicken Sie in der Wohnung, wenn der Hund in der N\u00e4he ist. Kommt er, um sich den Happen zu holen, hat er die Bedeutung des Clickers gelernt.\u00a0 Auch wenn er sich schon beim Anblick des Clickers freut, hat er verstanden, worum es geht.<\/p>\n<p>Alternativ zum Clickger\u00e4usch k\u00f6nnte man auch ein bestimmtes Wort sagen. Ein Wort klingt jedoch\u00a0 nicht so markant und immer gleich wie ein Klickger\u00e4usch. Wer schon mal Vorf\u00fchrungen im Zoo etwa von Robben gesehen hat, kann beobachten, dass sie direkt im Anschluss an ein Kunstst\u00fcck mit einem kurzen Pfiff best\u00e4tigt werden und sich daraufhin ihren Fisch beim Pfleger holen.\u00a0 Bei Hunden empfiehlt sich ein Pfiff nicht, egal ob man selbst oder mit Hundepfeife pfeift. Denn bei Hunden wird h\u00e4ufig ein Pfeifsignal f\u00fcr das Kommen konditioniert.<\/p>\n<p><u>Ist der Clicker ein Komm-Signal?<\/u><\/p>\n<p>So mancher Hundebesitzer denkt, dass der Clicker ein Komm-Signal ist, weil der Hund sich ja die Belohnung abholt. Das ist ein Irrtum. Denn bei der Konditionierung wird ja nicht ein Verhalten, also etwa das Kommen, mit dem Clicker verkn\u00fcpft, sondern leckere Happen. Geclickert wird au\u00dferdem immer im Anschluss an ein erw\u00fcnschtes Verhalten, aber nicht um ein solches auszul\u00f6sen. Ein Beispiel: Ihr Vierbeiner springt unterwegs einen Fremden an. Sie clickern, weil er dann rasch kommt, um sich seine Belohnung zu holen. Aber belohnt haben Sie ihn somit nicht f\u00fcr das Kommen, sondern f\u00fcr das Anspringen! Denn das tat er, unmittelbar bevor Sie geclickert haben.<\/p>\n<p><u><br \/>\nWof\u00fcr wird der Clicker eingesetzt?<\/u><\/p>\n<p>Der Clicker erm\u00f6glicht es, den Vierbeiner genau im richtigen Moment zu best\u00e4tigen. Ohne erst zum Happen greifen zu m\u00fcssen und auch dann, wenn der Hund nicht direkt beim Besitzer ist. Der Hund wird dabei nicht mit Hilfsmitteln dazu motiviert, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, sondern wird\u00a0 best\u00e4tigt, wenn er es mehr oder weniger zuf\u00e4llig von sich aus zeigt.<\/p>\n<p>Sie m\u00f6chten dem Vierbeiner z.B. \u201eSitz\u201c beibringen. Im ersten Schritt warten Sie darauf, bis er zuf\u00e4llig von selbst sitzt, egal wo. In dem Moment, in dem das Hinterteil den Boden ber\u00fchrt, clickern Sie und der Hund bekommt danach sein Leckerchen. Also auch, falls er einige Meter von Ihnen entfernt sitzt, k\u00f6nnen Sie ihm sofort im richtigen Moment und im Sitzen durch den Clicker mitteilen: \u201eSehr gut gemacht! Hol dir deinen Happen.\u201c Wenn Sie das nun einige Male so machen, hat der Hund gelernt, dass ihm Sitzen etwas bringt. Er wird sich nun gezielt immer wieder setzen, um eine Belohnung zu bekommen. Jedes Mal kommt die Best\u00e4tigung durch den Clicker und danach der Happen. Als n\u00e4chstes sagen Sie nun jedes Mal, wenn er sich selbst setzt \u201eSitz\u201c und clickern. Im letzten Schritt wird dann nicht mehr geclickert, wenn der Hund sich von selbst setzt, sondern nur noch, wenn er sich auf Ihr \u201eSitz\u201c hin setzt. Kann der Vierbeiner das zuverl\u00e4ssig, kann der Clicker weggelassen werden. Das Verhalten ist etabliert.<\/p>\n<p>Die \u201ePuristen\u201c unter den Clickerfans trainieren alles nur so, dass der Hund stets von sich aus durch Ausprobieren darauf kommt, welches Verhalten sich lohnt. Je komplexer das \u201eEndprodukt\u201c ist, umso schwieriger wird es. Soll der Hund z.B. lernen, einen Gegenstand ins Maul zu nehmen, damit zu einem Korb zu gehen und den Gegenstand dort hinein zu legen, werden unz\u00e4hlige kleine Schritte aneinander gereiht. Da kann der erste Schritt sein, dass der Hund den Ball lediglich anschaut.<\/p>\n<p><u>Den Clicker mit herk\u00f6mmlichem Training \u201emischen\u201c <\/u><\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich ist es zu umst\u00e4ndlich, schon ab der Grunderziehung alles nur \u00fcber den Clicker zu trainieren. Aber diverse \u201eKunstst\u00fccke\u201c lassen sich mit dem Prinzip des Clickertrainings wesentlich einfacher trainieren als ohne.\u00a0 Auch die eine oder andere Hilfestellung kann man durchaus mal geben.<\/p>\n<p>Nicht gut kombinierbar ist das Clickertraining mit einer Ausbildung \u00fcber H\u00e4rte und Zwang. Denn ein solcher Hund wird sich ungern trauen, selbst etwas ausprobieren.<\/p>\n<p><u>Vor- und Nachteile des Clickertrainings<\/u><\/p>\n<p>Fassen wir die Vorteile nochmal zusammen: Der Hund kann punktgenau best\u00e4tigt werden. Auch in der Entfernung, da Ihr \u201eClick\u201c ihm bereits ank\u00fcndigt, dass nun ein Happen folgt. So ist die verz\u00f6gerte Gabe des Leckerchens, weil er ja zuerst zu Ihnen kommen muss, kein Problem.\u00a0 Ein weiterer Vorteil ist, dass der Clicker immer gleich klingt, egal ob man selbst v\u00f6llig relaxt oder nerv\u00f6s ist. Au\u00dferdem f\u00f6rdert es die Kreativit\u00e4t des Vierbeiners, weil er ausprobieren kann, was ihm die Belohnung einbringt.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch Nachteile: Das A und O ist das richtige Timing und nat\u00fcrlich, dass Sie den Clicker (und die H\u00e4ppchen) stets zur Hand haben. Wer im falschen Moment clickert, kann auch unerw\u00fcnschtes Verhalten f\u00f6rdern. Wer ungenau clickert, frustriert und stresst den Vierbeiner. Denn der kann so nicht wirklich erkennen, was genau er tun soll, damit er die Belohnung bekommt. Ungeduld ist ebenfalls nicht \u201eclickerkompatibel\u201c.<\/p>\n<p>Verhaltensweisen, die l\u00e4nger dauern, wie etwa das Verfolgen einer F\u00e4hrte, Laufen am Fahrrad oder l\u00e4ngeres Liegenbleiben lassen sich nicht optimal clickern. Hier eignet sich \u201enormales\u201c Belohnen besser.<\/p>\n<p>Der Clicker ist zwar auf Entfernung einsetzbar, aber nat\u00fcrlich nur in dem Bereich, in dem er f\u00fcr den Hund noch eindeutig zu h\u00f6ren ist. Ungeeignet kann der Clicker dann sein, wenn ein Hund sehr ger\u00e4uschempfindlich ist. Eventuell hilft es, ged\u00e4mpft in der Jacken- oder Hosentasche zu clickern. Wer mehrere Hunde hat, muss mit jedem einzeln \u00fcben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer noch mehr zum Thema Clickertraining erfahren m\u00f6chte: Katharina Schlegl-Kofler hat hierzu ein Buch ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Hunde-Clickertraining-klappt-Trick-mit-Click\/dp\/3833841400\/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3C444SBQHJPSW&amp;keywords=clickertraining+f%C3%BCr+hunde&amp;qid=1581942981&amp;sprefix=clickert%2Caps%2C188&amp;sr=8-2\">Link zum Buch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich ist Ihnen das Clickertraining im Zusammenhang mit der Erziehung und Besch\u00e4ftigung des Vierbeiners schon mal irgendwo begegnet.","protected":false},"author":11,"featured_media":15564,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216],"tags":[309,270],"class_list":["post-15421","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erziehung","tag-clickertraining","tag-erziehung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}