{"id":16025,"date":"2020-04-14T13:01:19","date_gmt":"2020-04-14T11:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=16025"},"modified":"2020-04-14T13:02:09","modified_gmt":"2020-04-14T11:02:09","slug":"so-eine-schlafmuetze-rund-um-den-hundeschlaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/so-eine-schlafmuetze-rund-um-den-hundeschlaf\/","title":{"rendered":"So eine Schlafm\u00fctze- Rund um den Hundeschlaf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie viel Schlaf braucht ein Hund?<\/strong><\/p>\n<p>Menschen ben\u00f6tigen im Durchschnitt 7 Stunden Schlaf. Allerdings variiert dieses Bed\u00fcrfnis enorm. W\u00e4hrend Einige bereits nach 5 Stunden leistungsf\u00e4hig sind, brauchen Andere 9 Stunden oder mehr, um sich fit zu f\u00fchlen. Hunde wiederum ben\u00f6tigenn nochmal deutlich mehr Schlaf. Studien zeigen einen Schlafdauer bis zu 16 Stunden (Bodisz et al. 2020).<\/p>\n<p>Das liegt daran, dass der Hundeschlaf weniger tief und damit st\u00f6ranf\u00e4lliger und weniger erholsam ist. Hunde verbringen n\u00e4mlich nur ungef\u00e4hr 10 Prozent ihrer Schlafzeit im Tiefschlaf. Bis zu 20% des Tages verbringen sie dagegen mit D\u00f6sen. Dieses D\u00f6sen kann als eine Art leichter Schlaf betrachtet werden und stellt ein Zwischenstadium zwischen Schlaf und aktiver Wachheit dar.<\/p>\n<p>Es ist also sehr wichtig, dass der Vierbeiner ausreichend Ruhephasen hat. Denn zu wenig Schlaf macht einen Organismus stress- und damit auch krankheitsanf\u00e4lliger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Faktoren, die den Schlaf beeinflussen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Da der h\u00fcndische Schlaf leicht durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wie etwa laute Ger\u00e4usche beeinflusst wird, h\u00e4ngt die Dauer des Schlafes ganz betr\u00e4chtlich davon, wo der Vierbeiner die Nacht verbringt. Hunde, die im Haus beziehungsweise der Wohnung n\u00e4chtigen, verbringen 80% der Nacht schlafend. Bei Hunden, die im Garten \u00fcbernachten reduziert sich dieser Prozentsatz auf 70%. Hunde, die in einem nicht-umz\u00e4unten Gebiet schlafen, betr\u00e4gt die Schlafdauer nur 60% der Nacht (Adams &amp; Johnson 1993). \u00c4hnlich wie wir Menschen schlafen unsere vierbeinigen Begleiter also in einer sichereren Umgebung besser.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Erlebnisse des Tages beeinflussen die Nachtruhe. Hunde schlafen mehr, wenn sie am Tag sehr aktiv waren. Dabei ver\u00e4ndert sich das Schlafverhalten dahingehend, dass sie weniger d\u00f6sten aber mehr Zeit im Tiefschlaf und REM-Schlaf verbachten (Bunford et al. 2018).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Aktivit\u00e4t an sich, sondern auch die Qualit\u00e4t einer sozialen Interaktion beeinflussen das Schlafverhalten. F\u00fcr ihre Studie konfrontierten Anna Kis und ihre Budapester Kolleginnen die Hunde mit emotional positiven oder negativen sozialen Interaktionen. Die positive Interaktion bestand dabei aus einem gemeinsamen Ballspiel sowie Streicheln. Die negative Interaktion bestand aus einer Trennungsphase,\u00a0einer bedrohlichen Ann\u00e4herung durch eine fremde Person sowie dem Anstarren mit regungslosem Gesicht.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde das Schlafverhalten der Hunde \u00fcber drei Stunden untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass sich einige Merkmale des Schlafes je nach vorangegangener Erfahrung unterschieden. Zum Beispiel schliefen die Hunde fr\u00fcher ein, wenn sie vorher die negative soziale Interaktion erlebt hatten. M\u00f6glicherweise ist das fr\u00fchere Einschlafen eine Antwort des K\u00f6rpers auf den empfundenen Stress (so wie das Schlafbed\u00fcrfnis zum Beispiel als eine Immunantwort bei Krankheit steigt). Au\u00dferdem war die REM-Phase des Schlafes deutlich k\u00fcrzer, wenn die Hunde zuvor die positive Interaktion erlebt haben. Der REM-Schlaf wird auch Traumschlafphase genannt. Er ist nicht so tief wie die Tiefschlafphase und ist besonders durch die namensgebenden schnellen Augenbewegungen gekennzeichnet (<strong>R<\/strong>apid <strong>E<\/strong>ye <strong>M<\/strong>ovement). In dieser Schlafphase kann es auch beim Hund zu Beinzuckungen, die an Rennbewegungen erinnern oder Bell-und Winselger\u00e4uschen kommen, die nahelegen, dass auch Hunde Traumerlebnisse haben. Die REM-Phase des Schlafes ist u.a. durch eine erh\u00f6hte Herzschlagrate sowie eine gesenkte Herzschlagvariabilit\u00e4t gekennzeichnet. Oxytocin vermittelt einen gegenteiligen Effekt (niedrige Herzschlagrate, h\u00f6here Herzschlagvariabilit\u00e4t). M\u00f6glicherweise hat die Aussch\u00fcttung von Oxytocin w\u00e4hrend der positiven Interaktion zu einer Verk\u00fcrzung der REM-Phase gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler konnten also zeigen, dass schon sehr kurze emotionale Interaktionen einen Einfluss auf die Makrostruktur des h\u00fcndischen Schlafes haben k\u00f6nnen. Die Struktur des Schlafes k\u00f6nnte also als ein Indikator f\u00fcr das Wohlbefinden eines Hundes dienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlafst\u00f6rungen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt verschieden krankheitsbedingte Schlafst\u00f6rungen, die bei Hunden auftreten k\u00f6nnen. Bei der Caninen Narkolepsie sind die Schlafphasen oft zerst\u00fcckelt und es kommt zu h\u00e4ufigen Schlafattacken. Au\u00dferdem kann es zu einem emotionsbedingten kurzzeitigen Verlust der Muskelspannung kommen, ohne dass dabei das Bewusstsein getr\u00fcbt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch gibt es St\u00f6rungen der Atmung w\u00e4hrend des Schlafens. Besonders betroffen sind dabei kurk\u00f6pfige Rassen wie zum Beispiel die Englische oder Franz\u00f6sische Bulldogge oder der Mops. Kennzeichnend hierbei ist ein lautes Schnarchen, das anatomisch bedingt h\u00e4ufig einen phasenweisen Mangel an Sauerstoff mit sich bringt. Die Hunde sind h\u00e4ufig sehr lustlos und schlafen extrem schnell ein und haben eine lange Schlafdauer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der REM-Schlaf-Verhaltensst\u00f6rung bleibt die Hemmung der Motorik, die normalerweise in der REM-Schlafphase vorhanden ist, aus. Dadurch werden die Traumerlebnisse in heftige Bewegungen und Handlungen umgesetzt. Das kann sich sowohl in Laut\u00e4u\u00dferungen als auch Bewegungsmustern wie Rennen und sogar Bei\u00dfattacken \u00e4u\u00dfern. Die betroffenen Tiere sind dabei nicht bei Bewusstsein. Damit gibt es also eine erhebliche Selbst- und auch Fremdgef\u00e4hrdung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei \u00e4lteren Hunden kann es \u2013 wie bei \u00e4lteren Menschen auch \u2013 zu einer Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus kommen. Hierbei schl\u00e4ft der Hund nachts weniger, hat generell einen reduzierten REM-Schlaf und schl\u00e4ft tags\u00fcber mehr. Wenn der Schlafrhythmus v\u00f6llig aus den Fugen ger\u00e4t, kann das ein Anzeichen f\u00fcr das sogenannten Canine Kognitive Dysfunktionssyndrom sein. Dieses Syndrom \u00e4hnelt der Demenz beim Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlaf und Lernen<\/strong><\/p>\n<p>Beim Menschen ist ausreichend Schlaf ein wichtiger Faktor, um neu Gelerntes im Ged\u00e4chtnis zu festigen. Auch bei Hunden konnten Studien einen Zusammenhang zwischen Schlafqualit\u00e4t und Lernverhalten feststellen. Wenn die untersuchten Hunde nach eine \u00dcbungseinheit eine Ruhephase mit Schlaf hatten, lernten sie ein neues Kommando besser als Hunde, denen keine Pause geg\u00f6nnt wurde (Kis et al. 2017). Diese Ergebnisse best\u00e4tigen also, dass Hunde nicht \u00fcberfordert werden sollten und ausreichend Pausen ben\u00f6tigen, um erlernte Dinge verarbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass verschiedene Faktoren einen Einfluss auf den Schlaf haben. Neben den biologischen Faktoren wie zum Beispiel dem Alter oder der Rasse, spielen verschiedene Umweltfaktoren eine Rolle bei der Schlafqualit\u00e4t. Dabei beeinflussen nicht nur die Erlebnisse des Tages, sondern auch der Standort des K\u00f6rbchens die Intensit\u00e4t und Dauer des Hundeschlafes. Ausreichend Ruhe- und Schlafphasen erm\u00f6glichen ein optimales Lernen und beg\u00fcnstigen ein gesundes und stressfreies Hundeleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Schlaf braucht ein Hund? Menschen ben\u00f6tigen im Durchschnitt 7 Stunden Schlaf. Allerdings variiert dieses Bed\u00fcrfnis enorm. 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