{"id":16772,"date":"2020-05-10T13:00:03","date_gmt":"2020-05-10T11:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=16772"},"modified":"2020-04-27T13:00:16","modified_gmt":"2020-04-27T11:00:16","slug":"ganzjaehriger-oder-saisonaler-juckreiz-welche-ursachen-sind-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/ganzjaehriger-oder-saisonaler-juckreiz-welche-ursachen-sind-moeglich\/","title":{"rendered":"Ganzj\u00e4hriger oder saisonaler Juckreiz \u2013 welche Ursachen sind m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nicht immer steckt eine Allergie dahinter.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eBestimmt hat er eine Allergie!\u201c Diese Vermutung \u00e4u\u00dfern Hundehalter schnell, wenn sich ihr vierbeiniger Liebling auff\u00e4llig viel juckt und kratzt. Grunds\u00e4tzlich ist das nicht auszuschlie\u00dfen: Die Rate der Hunde mit allergischen Erkrankungen liegt bei \u00fcber 30 Prozent, \u00e4hnlich wie beim Menschen. Beim Symptom Juckreiz, wissenschaftlicher Name Pruritus, muss der Therapeut aber an viele andere Ursachen denken. Auf die richtige Spur f\u00fchrt ihn unter anderem, zu welchen Jahreszeiten der Juckreiz den Hund heimsucht.<\/p>\n<p>Yogi kratzt sich. Die Hinterpfote schubbert an der Schnauze und an der Brust, Yogi bei\u00dft sich in die Pfoten, er knabbert am Bauch und in den Leisten. Nicht einmal nachts kommt der kleine Malteser zur Ruhe. Frauchens Laune bewegt sich zwischen genervt und besorgt: \u201eLetztes Jahr hatte er das auch ab April. Im Sommer wurde es besser und als es k\u00fchler wurde, h\u00f6rte es gl\u00fccklicherweise ganz auf\u201c. Sie fragt sich, ob Yogi vielleicht die W\u00e4rme nicht vertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das aber ist die unwahrscheinlichste Erkl\u00e4rung f\u00fcr den Pruritus des kleinen R\u00fcden. Wenn sich das qu\u00e4lende Problem so deutlich nur zu bestimmten Jahreszeiten zeigt, entsteht sofort der Verdacht auf eine Umwelt-Allergie, bei Hunden Atopie genannt. Beim Menschen w\u00fcrde sich diese vermutlich in Form von Heuschnupfen zeigen. Ja, auch Hunde reagieren allergisch auf Pollenflug. Symptome der Atemwege sind bei ihnen aber eher selten, sie entwickeln stattdessen Juckreiz, und zwar typischerweise an den Pfoten, in den Achseln und Leisten und an der Schnauze. Viele Hundehalter fragen dann nach einem Shampoo, um die Haut zu beruhigen. Das aber bringt nur wenig Erleichterung. Die Allergie entsteht im Innern des K\u00f6rpers, sie ist eine \u00dcberreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Deswegen ist eine \u00e4u\u00dfere Behandlung nur bedingt hilfreich.<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt sich das bei einem weiteren Juckreiz-Ausl\u00f6ser, der nur in den w\u00e4rmeren Monaten aktiv ist: der Grasmilbe. Sie wird auch Herbstgrasmilbe genannt, kann aber \u00fcber den ganzen Sommer ein entsetzlicher Qu\u00e4lgeist sein. Nicht die erwachsene Milbe, sondern ihre Larven ern\u00e4hren sich vom Blut verschiedener S\u00e4ugetiere, darunter auch dem Hund. Manche ihrer vierbeinigen Opfer reagieren darauf mit heftigstem Juckreiz, vorwiegend am Kopf, an den Beinen und am Bauch. F\u00fcr sehr empfindliche Hunde lohnt es sich daher, im Sommer Wiesen und Grasfl\u00e4chen zu umgehen. Haben sich die 0,3 Millimeter kleinen, grell orangefarbenen Larven aber festgebissen, kann man sie abwaschen und verschafft damit dem Hund sofortige Erleichterung.<\/p>\n<p>Es gibt weitere Milben, die ganzj\u00e4hrig Pruritus beim Hund ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Bei Befall der Haarbalg- oder Demodexmilbe tritt Juckreiz als Folge der bakteriellen Hautinfektionen auf, die sich auf der besch\u00e4digten Haut entwickeln. Man sieht also Ekzeme schon, bevor der Hund sich kratzt. Die Demodikose gibt es h\u00e4ufiger als lokalisierte Form, angezeigt durch Ver\u00e4nderungen in nur wenigen kleinen Bereichen der Haut. Bei der selteneren, generalisierten Form breiten sich die Haarbalgmilben auf dem ganzen K\u00f6rper aus &#8211; eine schwere Erkrankung, bei der meist ein gest\u00f6rtes Immunsystem die Ursache ist.<\/p>\n<p>Massiver Juckreiz ist das erste Anzeichen bei Befall durch Grab- oder Sarkoptesmilben. \u00dcbertr\u00e4ger sind F\u00fcchse, gef\u00e4hrdet sind sogar Hunde, die in Kontakt mit Fuchsbauten oder \u2013kot kommen k\u00f6nnen. Die Sarkoptes-R\u00e4ude ist hoch infekti\u00f6s, weswegen es schnell zur Ansteckung von Hund zu Hund kommt.<\/p>\n<p>Milben z\u00e4hlen zu den Spinnentieren, wie auch Zecken. Diese sind in w\u00e4rmeren Jahreszeiten aktiver als im Winter. Sie lieben vor allem das milde Klima im Fr\u00fchjahr und Herbst, bei starker Sommerhitze sind sie weniger aktiv. Nur bei wenigen Hunden entsteht an der Bissstelle ein lokaler Juckreiz. Meistens merkt man einem Hund den Zeckenbefall nicht an. Dennoch sollte man ihn vor Zeckenbissen sch\u00fctzen, weil dadurch verschiedene Erkrankungen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Risiko, sich Fl\u00f6he einzufangen, ist zwar im Winter geringer als in den anderen Jahreszeiten, aber nicht ausgeschlossen. In gut geheizten Wohnungen h\u00e4lt sich auch die Flohbrut ganzj\u00e4hrig wacker. Deswegen ist es unumg\u00e4nglich, bei Befall mit den Insekten nicht nur den betroffenen Hund, sondern auch seine Wohnumgebung zu behandeln. Wer glaubt, dass Fl\u00f6he immer Juckreiz ausl\u00f6sen, irrt: Manche Hunde beherbergen die Parasiten v\u00f6llig unauff\u00e4llig. Andererseits gibt es auf den Flohspeichel h\u00e4ufig allergische Reaktionen \u2013 und dann l\u00f6st ein einziger Stich wochenlangen starken Juckreiz aus. Dieser lokalisiert sich vorwiegend im hinteren R\u00fcckenbereich bis zum Schwanzansatz und am Bauch.<\/p>\n<p>Es gibt weitere Allergene, die ganzj\u00e4hrig vorhanden sind und das betroffene Tier ohne saisonale Pause leiden lassen. Dazu geh\u00f6ren Schimmelpilze und Hausstaubmilben, ebenfalls bekannte Ausl\u00f6ser f\u00fcr die atopische Dermatitis (Hautentz\u00fcndung) des Hundes. Wenn sich die Erkrankten in der warmen Jahreszeit mehr au\u00dferhalb des Hauses aufhalten, kann sich die Juckreiz-Symptomatik entsprechend abschw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Ganzj\u00e4hrig gleichbleibend ist eine Allergie-Symptomatik durch Futter oder Futtermilben. Neben qu\u00e4lendem Juckreiz kann auch eine therapieresistente Ohrenentz\u00fcndung oder chronischer Durchfall auftreten. Ist durch einen Bluttest oder eine Ausschlussdi\u00e4t erst einmal bekannt, welches Protein das Immunsystem des Hundes nicht toleriert, l\u00e4sst sich dieses normalerweise gut vermeiden, so dass der Hund nachhaltig zur Ruhe kommt und Haut, Ohren und Darm ausheilen k\u00f6nnen. Bei einer Allergie auf Futtermilben empfiehlt sich der totale Verzicht auf s\u00e4mtliche getrockneten Nahrungsmittel, neben Trockenfutter also auch Leckerli.<\/p>\n<p>Zu den h\u00e4ufigeren ganzj\u00e4hrigen Juckreizausl\u00f6sern geh\u00f6rt noch der Hautpilz (Dermatophytose), der Hunde mit geschw\u00e4chter Immunabwehr befallen kann. Hier ist der Pruritus in der Regel wenig dramatisch, auff\u00e4llig ist fleckf\u00f6rmiger Haarausfall im Gesicht oder an den Pfoten. Manche Hautpilze haben zoonotisches Potential, k\u00f6nnen also auch den Menschen infizieren. Zu enger k\u00f6rperlicher Kontakt sollte daher bei einer Dermatophytose vermieden werden.<\/p>\n<p>Wer beim Lesen bis hierher durchgehalten hat, mag jetzt einsehen, dass die Frage nach der Ursache des Symptoms Juckreiz nicht leicht zu kl\u00e4ren ist. Doch erst nach der Diagnose kommt die Therapie. Beim kleinen Malteser Yogi nahm Frauchen meinen Rat an und durchsuchte ihn auf Grasmilbenbefall. Dazu stellte sie den kleinen R\u00fcden nach dem Spaziergang auf ein wei\u00dfes Laken und b\u00fcrstete ihn. Tats\u00e4chlich fielen einzelne kleine Punkte herunter, die aufgrund ihrer auff\u00e4lligen orangen Farbe als Grasmilbenlarven identifiziert werden konnten. Um ihn zuk\u00fcnftig davor zu sch\u00fctzen, vermeidet Frauchen Rasenfl\u00e4chen und duscht Yogis Bauch und Beine nach jedem Gassigang ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht immer steckt eine Allergie dahinter. \u201eBestimmt hat er eine Allergie!\u201c Diese Vermutung \u00e4u\u00dfern Hundehalter schnell, wenn sich ihr","protected":false},"author":11,"featured_media":16828,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[318,264,319],"class_list":["post-16772","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit","tag-allergie","tag-hundeernaehrung","tag-parasiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16772"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16772\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}