{"id":17064,"date":"2020-05-18T13:00:42","date_gmt":"2020-05-18T11:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=17064"},"modified":"2020-04-27T13:03:27","modified_gmt":"2020-04-27T11:03:27","slug":"hundebegegnungen-ohne-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/hundebegegnungen-ohne-stress\/","title":{"rendered":"Hundebegegnungen ohne Stress"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Begegnungen hat f\u00fcr uns Zweibeiner in diesen Zeiten eine ganz besondere Bedeutung. M\u00fcssen wir uns doch daran gew\u00f6hnen, bei unvermeidlichen Begegnungen einen Sicherheitsabstand zu wahren. Da dabei auch Hundehalter aufeinander treffen, bietet es sich an, mal einen genaueren Blick auf das Thema Hundebegegnungen zu werfen. Denn unterwegs mit jedem Artgenossen Kontakt aufzunehmen oder die Vierbeiner toben zu lassen, ist in n\u00e4chster Zeit nicht wie gewohnt m\u00f6glich. Wessen Hund gelernt hat, an der Leine ohne Kontaktaufnahme und entspannt an Artgenossen vorbei zu gehen, ist jetzt gut dran und spart sich Stress.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viel diskutiertes Thema<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber, wie Begegnungen zwischen Vierbeinern ablaufen sollten, wird oft hei\u00df diskutiert. Stehen die einen auf dem Standpunkt, dass der Hund unbedingt Kontakt zu jedem Artgenossen braucht, gibt es die andere Seite, die es f\u00fcr richtig h\u00e4lt, jeglichen Kontakt zu fremden Hunden zu unterbinden. Unter anderem deshalb, weil Hunde angeblich von sich aus grunds\u00e4tzlich lieber jede Begegnung mit Artgenossen vermeiden w\u00fcrden, nur Stress damit h\u00e4tten und nie wirklich mit einem fremden spielen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie so oft, liegt auch beim Thema Hundebegegnungen das Optimum irgendwo in der Mitte, an der jeweiligen Situation und am individuellen Vierbeiner.<\/p>\n<p>Ein Beispiel, das ich vor wenigen Tagen beobachten konnte: Ich war ohne Hund unterwegs, vor mir ein Paar mit einem frei laufenden Vierbeiner. Weiter vorn kam eine Frau mit angeleintem Hund in Sicht. Das Paar registrierte das, dachte mit und leinte den eigenen Hund gleich an. Bis hierher v\u00f6llig richtig, der zweite Teil ging dann aber schief. Denn auf gleicher H\u00f6he angekommen, blieben alle Beteiligten stehen. Beide Hunde zerrten an ihren Leinen zueinander. Erst als sie begannen, sich ordentlich \u201eanzugiften\u201c, gingen die Halter weiter.\u00a0 Dass so eine Begegnung keinen Nutzen f\u00fcr Hunde oder Halter hat bzw. sich so etwas im Gegenteil negativ auswirkt, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um die verschiedenen Aspekte zu beleuchten, werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen \u201eBegegnungsszenarien\u201c und wie man sich \u2013 im Sinne des Hundes und aus R\u00fccksicht auf andere \u2013 warum man sich dabei wie am kl\u00fcgsten verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie viele Sozialkontakte sind \u00fcberhaupt notwendig?<\/strong><\/p>\n<p>Hunde brauchen Kontakte zu Artgenossen. Aber nicht t\u00e4glich und nicht zu jedem Vierbeiner, dem sie begegnen. Hin nun wieder, so wie sie sich im Alltag ergeben, reicht. Viele von uns werden in der n\u00e4chsten Zeit weniger Kontakt zu anderen Hundehaltern haben und dann feststellen, dass das unseren Vierbeiner in keiner Weise beeintr\u00e4chtigt. Welpen und Junghunde sollten jedoch regelm\u00e4\u00dfig geeignete Artgenossen treffen, um w\u00e4hrend der Sozialisierungsphase das arteigene Sozialverhalten ein\u00fcben zu k\u00f6nnen. So werden sie sp\u00e4ter routiniert und gelassener im Umgang mit ihresgleichen.<\/p>\n<p><u>Sozialkontakte ausw\u00e4hlen<\/u><\/p>\n<p>Gerade bei Welpen und Junghunden ist es wichtig, geeignete Artgenossen auszuw\u00e4hlen. Zum einen, um sie k\u00f6rperlich nicht zu \u00fcberfordern, wenn sie etwa mit einem viel zu schweren, st\u00fcrmischen oder gro\u00dfen Hund toben. Zum anderen deshalb, damit sie keine negativen Erfahrungen machen. Das w\u00e4re z.B. dann der Fall, wenn der Artgenosse keine Welpen mag und daher ohne Grund aggressiv reagiert.\u00a0 Aber war da nicht was mit Welpenschutz? Nein, der existiert nicht, bzw. beschr\u00e4nkt er sich in der Natur nur auf die Welpen des eigenen Rudels. Wie erwachsene Hunde auf Welpen reagieren, ist individuell unterschiedlich.<\/p>\n<p>Doch auch bei erwachsenen Hunden sollte man bei Kontakten nach Bauchgef\u00fchl und gesundem Menschenverstand entscheiden. So ist etwa die Begegnung eines st\u00fcrmischen Halbstarken mit einem alten Hund nicht unbedingt die ideale Kombination.<\/p>\n<p><u>M\u00fcssen Hunde spielen?<\/u><\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass Welpen spielen, um Verhalten einzu\u00fcben, spielen Hunde unterschiedlich gern. Sie m\u00fcssen also nicht spielen. Deshalb sind gr\u00f6\u00dfere Hundetreffs durchaus kritisch zu sehen. Denn Vieles, was der eine oder andere Hundehalter als \u201eSpiel\u201c einstuft, ist wildes Toben, Mobbing und \u00dcberforderung. Trifft der Vierbeiner dagegen auf einen einzelnen oder zwei Artgenossen, k\u00f6nnen die sich gut austauschen.<\/p>\n<p><u>Sollten Hunde alles unter sich ausmachen?<\/u><\/p>\n<p>Nein, denn Vierbeiner, die sich drau\u00dfen treffen, geh\u00f6ren nicht zu einem Rudel. Sie als Teamchef sollten Ihrem Hund Sicherheit vermitteln und ihm, wenn n\u00f6tig, helfen. Das kann etwa dann sein, wenn Ihre H\u00fcndin von einem R\u00fcden bel\u00e4stigt wird und sie ihn nicht entsprechend in die Schranken weisen kann oder wenn Ihr eher zur\u00fcckhaltender Vierbeiner von einem anderen angeknurrt oder bedr\u00e4ngt wird oder der andere unbedingt toben m\u00f6chte und dessen Halter nicht aktiv wird. Eine M\u00f6glichkeit ist dann, den eigenen Hund abzuschirmen und z\u00fcgig weiter zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontakte ohne Leine<\/strong><\/p>\n<p>Ohne Leine laufen Begegnungen nat\u00fcrlich ab. Schon w\u00e4hrend die Hunde sich aufeinander zu bewegen, verst\u00e4ndigen sie sich durch feinste mimische Signale und K\u00f6rpersprache. Dabei k\u00f6nnen sie schon entscheiden, ob einfach jeder seiner Wege geht, ob man sich kurz begr\u00fc\u00dft und rundum beschn\u00fcffelt, ob man ein Spielchen einlegt usw.\u00a0 Bei unterschiedlichen Vorstellungen einigt man sich. Die weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil solcher Begegnungen verl\u00e4uft v\u00f6llig problemlos oder allenfalls mit eventueller kurzer Meinungsverschiedenheit. Frei laufend haben Hunde gen\u00fcgend Platz um sich zu verst\u00e4ndigen. Ganz gleich, ob sie sich letztlich ausweichen, einfach weitergehen oder miteinander spielen wollen.<\/p>\n<p><u>Was ist ein Spiel?<\/u><\/p>\n<p>Auch einander fremde Hunde k\u00f6nnen sich so sympathisch finden, dass sie ein Spielchen einlegen. Die K\u00f6rpersprache ist dabei entspannt und die Rollen, etwa bei einem Rennspiel wechseln. Oder es findet einer z.B. ein kleines St\u00fcck Holz und animiert den anderen, es ihm abzujagen. Auch bei dieser Variante k\u00f6nnen die Rollen getauscht werden.<\/p>\n<p>Kein Spiel ist esjedoch, wenn immer derselbe der Gejagte ist und\/oder vom anderen \u201euntergebuttert\u201c wird. Bei manchem Vierbeiner kippt \u201eSpiel\u201c leicht in Jagdverhalten. Auch wenn einer keine Lust hat und \u201efl\u00fcchtet\u201c, der andere das aber nicht akzeptiert, ist das das Ganze kein Spiel mehr. Dann sind Sie gefragt, ihrem Hund zu helfen.<\/p>\n<p><u>Kritische Situationen<\/u><\/p>\n<p>Begegnen sich R\u00fcden, umkreisen sie sich h\u00e4ufig und jeder will dem anderen imponieren. Meist l\u00f6sen sich auch solche Situationen von selbst auf, sofern man den Hunden Platz l\u00e4sst und jeder Zweibeiner gelassen weitergeht.<\/p>\n<p>Hunde sind recht unterschiedlich. Kennt man seinen Vierbeiner gut und ist man vorausschauend unterwegs, lassen sich wirklich kritische Situationen vermeiden. Manche Hunde verteidigen z.B. ihre Ressourcen. Weil man das bei Begegnungen mit fremden Vierbeinern nie wissen kann, bleiben Happen und Spielzeug besser in der Tasche.<\/p>\n<p>Wessen Hund z.B. grunds\u00e4tzlich keine kleinen Hunde, keine R\u00fcden, keine H\u00fcndinnen, keine Welpen mag, Angst vor Artgenossen oder welche Besonderheiten auch immer hat, sollte entsprechende Kontakte vermeiden und keine Experimente probieren. Das n\u00fctzt nicht nur dem eigenen Hund, sondern auch dem ahnungslosen anderen. Womit wir beim n\u00e4chsten h\u00e4ufigen Diskussionspunkt w\u00e4ren \u2013 der Leine.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Begegnungen an der Leine<\/strong><\/p>\n<p>Die Leine ist das Mittel schlechthin, um den Vierbeiner in bestimmten Situationen bei sich zu behalten und damit diverse Probleme zu vermeiden. Etwa wenn Radfahrer oder Reiter auf demselben Weg sind, in der N\u00e4he von Stra\u00dfen, in der Stadt oder wo eine Leinenpflicht besteht. \u00dcberall dort kann es auch zu Begegnungen mit anderen angeleinten Hunden kommen. Nun sind viele Hundehalter der Meinung, angeleinte Hunde m\u00fcssten sich \u201ebegr\u00fc\u00dfen\u201c. Wenn man sich aber vergegenw\u00e4rtigt, wie Kontakte mit Artgenossen ablaufen und dass Hunde dazu Raum brauchen, ergibt sich eigentlich von selbst, dass Kontakte an der Leine \u2013 egal ob einer oder alle angeleint sind \u2013 nicht das Gelbe vom Ei ist sind. Der, der vielleicht weg m\u00f6chte, egal ob aus Angst oder weil er keine Lust auf Kontakt hat, kann das an der Leine nicht. Zwei R\u00fcden, die sich abchecken wollen, haben an der Leine nie den n\u00f6tigen Raum. Zuletzt k\u00f6nnen sich auch noch die Leinen verheddern, was zus\u00e4tzlich Missverst\u00e4ndnisse oder gar Panik verursacht.<\/p>\n<p>Schneller als man denkt, hat man letztlich ein selbstgemachtes Problem &#8211;\u00a0 einen leinenaggressiven Hund. Erinnern Sie sich an das Beispiel am Anfang meines Artikels.<\/p>\n<p><u>R\u00fccksicht nehmen<\/u><\/p>\n<p>Neben der Sache mit der eingeschr\u00e4nkten Kommunikation gibt es aber noch etliche andere Gr\u00fcnde, weswegen Kontakte mit Leine ung\u00fcnstig sind. So kann ein Hund nach einer Operation oder weil er krank ist, geschont werden m\u00fcssen. Oder aber wegen der L\u00e4ufigkeit oder weil er unvertr\u00e4glich ist, an der Leine bleiben m\u00fcssen. Vielleicht \u00fcbt der Halter aber auch gerade etwas. Letztlich ist der Grund aber egal. Es sollte eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein, dass man seinen frei laufenden Hund zu sich holt, wenn einem ein angeleinter begegnet. Auch wenn der eigene noch so nett ist und \u201enur spielen\u201c will\u2026.. Die Aufforderung, den angeleinten doch abzuleinen \u2013 was nicht selten der Fall ist \u2013 ist deshalb \u00a0wenig sinnvoll. Wer das mit dem Anleinen nicht so eng sieht, k\u00f6nnte sich selbst einmal in die Lage versetzen, einen gehandicapten Hund zu haben, der f\u00fcr einige Zeit nur an der Leine gehen darf und sich dann vorstellen, wie es w\u00e4re, wenn ein fremder auf seinen kranken Vierbeiner zu \u201ebrettert\u201c und nur spielen will. Da w\u00e4re man zurecht alles andere als begeistert.<\/p>\n<p>Wer in eine solche Situation kommt,\u00a0 sollte den anderen Hundehalter bitten, seinen Vierbeiner zu sich zu holen und den eigenen abschirmen.<\/p>\n<p><u>\u00dcben<\/u><\/p>\n<p>Damit das Vorbeigehen an angeleinten Artgenossen Routine wird, geh\u00f6rt diese \u00dcbung zum Pflichtprogramm eines jeden Vierbeiners. Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes rechtzeitig auf sich, etwa mit Hilfe von besonderen Leckerbissen oder dem absoluten Lieblingsspielzeug. \u00a0F\u00fchren Sie ihn an Ihrer Au\u00dfenseite in einem Bogen und ohne stehen zu bleiben am anderen Hund vorbei.<\/p>\n<p><u>Vorteile<\/u><\/p>\n<p>Ist Ihr Hund es gewohnt, angeleint keinen Kontakt zu haben, ist das auch f\u00fcr den Alltag sehr n\u00fctzlich. Denn so hat Ihr Vierbeiner keinen Stress, wenn etwa im Biergarten unter dem n\u00e4chsten Tisch auch ein Hund liegt.\u00a0 Andernfalls versucht er vielleicht, dorthin zu kommen und ist frustriert, wenn er nicht darf. Dann wird er m\u00f6glicherweise unruhig oder beginnt zu bellen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem vermeiden Sie, dass Sie unbewusst das Ziehen an der Leine f\u00f6rdern. Denn begegnen sich angeleinte Hunde, zerren sie meist an straffen Leinen zueinander. Der Zweibeiner gibt nach und schon lernt der Hund, dass Zerren etwas bringt.<\/p>\n<p>Es lohnt sich also, dran zu bleiben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Begegnungen hat f\u00fcr uns Zweibeiner in diesen Zeiten eine ganz besondere Bedeutung. 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