{"id":21822,"date":"2020-09-30T13:13:21","date_gmt":"2020-09-30T11:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=21822"},"modified":"2020-09-30T13:13:21","modified_gmt":"2020-09-30T11:13:21","slug":"wie-viel-beschaeftigung-fuer-den-vierbeiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/wie-viel-beschaeftigung-fuer-den-vierbeiner\/","title":{"rendered":"Wie viel Besch\u00e4ftigung f\u00fcr den Vierbeiner?"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Hunde f\u00fchren ein bequemes Leben. Das Futter steht p\u00fcnktlich bereit, zwischen den Mahlzeiten gibt es leckere H\u00e4ppchen, es gibt keine Gefahren abzuwehren und statt im selbst gegrabenen Bau wird auf weichen, gelenkschonenden Wellnessbetten geschlafen. Doch reicht dem Hund das?<\/p>\n<p>Den meisten nicht. Und mal ehrlich \u2013 bei uns zwei Zweibeinern ist es nicht anders. Wer w\u00fcrde schon gern immer nur Faulenzen?\u00a0 Da wir unseren Hunden alles abnehmen, m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, dass sie anderweitig etwas zu tun haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet Besch\u00e4ftigung eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Den Vierbeiner zu besch\u00e4ftigen hei\u00dft, ihn zu fordern und zu f\u00f6rdern. Sowohl was Bewegung anbelangt, als auch durch \u201eGehirnjogging\u201c. Eine Besch\u00e4ftigung kann mit \u201eAction\u201c verbunden sein, aber auch auf ruhige Art erfolgen. Letzteres hei\u00dft aber nicht automatisch, dass sie nicht anstrengend ist. Besch\u00e4ftigen kann der Hund sich sowohl zusammen mit seinem Mensch, aber auch mal alleine. Letztlich geht es darum, dass der Vierbeiner Energie abbaut und so ausgeglichen und ausgelastet ist.<\/p>\n<p><u>Unterschiedlichen Bedarf<\/u><\/p>\n<p>Wie so oft, lassen sich auch hinsichtlich der Art und \u201eDosis\u201c an Besch\u00e4ftigung nicht alle Hunde \u00fcber einen Kamm scheren. Doch grunds\u00e4tzlich gilt, dass weder zu wenig, noch zu viel Besch\u00e4ftigung gut ist. Au\u00dferdem ist es wichtig, dass der Vierbeiner sinnvoll besch\u00e4ftigt wird und er Spa\u00df daran hat. Grunds\u00e4tzlich sollte er sich einmal am Tag auspowern k\u00f6nnen, mental und\/oder was Bewegung betrifft. Wobei es nat\u00fcrlich auch mal notwendig sein kann, dass der Hund einige Tage mit weniger Programm auskommt. Sei es, weil es der Alltag nicht anders zul\u00e4sst oder man mal krank ist.\u00a0 Hat der Vierbeiner gelernt, sich der jeweiligen Situation anzupassen, ist so eine \u201eDurststrecke\u201c kein Problem.<\/p>\n<p>Das Motto Qualit\u00e4t vor Quantit\u00e4t gilt auch bei der Besch\u00e4ftigung des Vierbeiners. Es muss nicht mehrmals die Woche ein mehrst\u00fcndiges Training auf dem Programm stehen wie Agility, Turnierhundesport oder was auch immer. Abwechslung und Gehirnjogging lassen sich auch zuhause und auf den Spazierg\u00e4ngen in kleineren oder gr\u00f6\u00dferen Einheiten einbauen.<\/p>\n<p>Woran erkennt man denn, ob der Vierbeiner ausreichend besch\u00e4ftigt ist? Das ist der Fall, wenn er \u00a0zuhause ausgeglichen und zufrieden ist. F\u00e4llt er nach der Besch\u00e4ftigungseinheit aber fix und fertig sofort ins \u201eKoma\u201c, war es wahrscheinlich zu viel des Guten. Grunds\u00e4tzlich braucht jeder Hund neben sinnvollen Aktivit\u00e4ten auch ausreichend Ruhezeiten. Wenn ein aufgeweckter Vierbeiner st\u00e4ndig besch\u00e4ftigt wird und Action hat, dann kann ihn das durchaus zum nerv\u00f6sen und hyperaktiven Workaholic machen. Dauerhaft zu wenig Besch\u00e4ftigung schafft dagegen Langeweile und der Hund l\u00e4sst sich in Haus und Garten selbst etwas einfallen und reagiert oft auch st\u00e4rker auf bestimmte Reize. Dann kann es beispielsweise sein, dass er hinterm Zaun \u00fcberm\u00e4\u00dfig bellt und entlang rennt, wenn Leute vorbei gehen, um Energie abzubauen. Drau\u00dfen kann sich Unterforderung unterschiedlich bemerkbar machen. Etwa durch steigendes Interesse an sich bewegenden Objekten, wie Radfahrern oder\u00a0 Joggern oder an Wildspuren und Tieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Besch\u00e4ftigung ist geeignet?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hilft ein Blick auf die Rasse, bzw. bei Mischlingen, soweit bekannt, ein Blick auf die beteiligten Rassen. So braucht beispielsweise der Vertreter einer auf Leistung und Ausdauer gez\u00fcchteten Jagdgebrauchs- oder H\u00fctehundrasse eine andere Art Besch\u00e4ftigung und eine andere Intensit\u00e4t davon als ein Neufundl\u00e4nder oder eine Englische Bulldogge. Dennoch m\u00fcssen auch \u201eWorkaholics\u201c abschalten k\u00f6nnen. So hat auch ein Border Collie, der als H\u00fctehund im Einsatz ist, arbeitsfreie Zeiten. Genauso ist es mit auch mit Jagdgebrauchshunden. Hochleistung ist w\u00e4hrend der Jagdsaison sehr oft ganzt\u00e4gig gefragt, au\u00dferhalb muss auch weniger reichen. Auf der anderen Seite reicht es so manchem Vierbeiner wirklich, t\u00e4glich nur ein paar Runden um den Block zu drehen. Das gilt vor allem f\u00fcr vierbeinige Senioren und solche, die von ihrem Naturell her generell ruhig und eher phlegmatisch sind. Hier hei\u00dft es herauszufinden, welcher Typ der eigene Vierbeiner ist.<\/p>\n<p><u>Nasenarbeit<\/u><\/p>\n<p>Der Geruchssinn ist einer der wesentlichen Sinne des Vierbeiners. Deshalb eignet sich Besch\u00e4ftigung mit der Nase, also Suchen, f\u00fcr viele Vierbeiner sehr gut. Suchen erfordert Ausdauer und Konzentration. Zudem l\u00e4sst es sich mit dem Anzeigen oder dem Bringen von Gegenst\u00e4nden kombinieren. Nicht jeder Hund ist gleicherma\u00dfen passioniert. Das ist aber kein Problem, denn Nasenarbeit l\u00e4sst sich optimal auf die individuelle Veranlagung und Ausdauer abstimmen. Die Variationsbreite reicht vom einfachen Schn\u00fcffelteppich, in dem kleine H\u00e4ppchen versteckt werden bis hin zur Suche nach dem Lieblingsball auf einer gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4che mit h\u00fcfthohem Altgras usw. Wer mit seinem passionierten Suchenfreak nicht nur f\u00fcr sich und auf Spazierg\u00e4ngen trainieren m\u00f6chte, kann z.B. Mantrailing, F\u00e4hrtensuche oder Apportiertraining im Verein betreiben oder sich mit dem Vierbeiner in einer Rettungshundestaffel engagieren.<\/p>\n<p><u>Gel\u00e4nde nutzen<\/u><\/p>\n<p>Wer einen agilen, sportlichen Vierbeiner hat, trifft bei Spazierg\u00e4ngen leicht auf n\u00fctzliche \u201eInfrastruktur\u201c. Am Boden liegende Baumst\u00e4mme oder \u00e4hnliche Strukturen eignen sich beispielsweise super zum Balancieren oder um den Vierbeiner dar\u00fcber springen zu lassen. Auf Baumst\u00fcmpfen l\u00e4sst sich konzentriertes Sitzen \u00fcben. \u00a0Oder nutzen Sie dickere B\u00e4ume oder B\u00fcsche, um sich unterwegs \u00f6fter gut zu verstecken. So ist der Hund damit besch\u00e4ftigt, darauf Sie zu achten den Anschluss nicht zu verlieren und Sie gegebenenfalls zu suchen. Geh\u00f6rt er zu den bringfreudigen Exemplaren, legen Sie unterwegs beispielsweise sein Lieblingsspielzeug auf den Weg und gehen Sie samt Hund weiter. Nach wenigen Metern oder, je nach Typ und Ausbildung des Vierbeiners, einer weiteren Strecke schicken Sie ihn zur\u00fcck, um den Gegenstand zu holen.<\/p>\n<p><u>Gehorsams\u00fcbungen<\/u><\/p>\n<p>Neben dem praktischen Nutzen dienen auch sie der Besch\u00e4ftigung. Bei Fu\u00df gehen durch unterschiedliches oder auch unwegsames Gel\u00e4nde, Rufen \u00fcber Hindernisse (Gr\u00e4ben, liegende Baumst\u00e4mme u.\u00c4.), ruhiges Sitzen unter hoher Ablenkung und \u00e4hnliche \u00dcbungen fordern Konzentration und Aufmerksamkeit. Wer ernsthafter in dieser Richtung aktiv werden m\u00f6chte, findet mit seinem sportlichen Vierbeiner im Agility, beim Obedience oder im Turnierhundesport\u00a0 und dergleichen verschiedene M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><u>Bewegung<\/u><\/p>\n<p>Jeder Vierbeiner sollte sich einmal am Tag \u201eausrennen\u201c k\u00f6nnen \u2013 seinen individuellen Bed\u00fcrfnissen\u00a0 entsprechend. Ein sportlicher Vierbeiner kann seinen ebensolchen Zweibeiner zum Beispiel in geeignetem Gel\u00e4nde beim Joggen oder auf Wanderungen zu begleiten. Meine H\u00fcndin liebt es, wenn ich mit dem Rad fahre und sie frei mit- bzw. meist vorausrennen kann &#8211; nat\u00fcrlich nur abseits von Stra\u00dfen mit Autoverkehr.\u00a0 Auch gelegentliches echtes Spielen (nicht Mobben oder Jagen) mit einem vierbeinigen Freund macht m\u00fcde.<\/p>\n<p><u>Besser nicht<\/u><\/p>\n<p>Eine bei vielen Zweibeinern beliebte Besch\u00e4ftigung ist es, dem Hund immer wieder einen Ball oder Stock zu werfen, dem er dann hinterher rennen darf. Es gibt regelrechte \u201eJunkies\u201c\u00a0 unter den Vierbeinern, die total darauf versessen und regelrecht \u201es\u00fcchtig\u201c danach sind. Was auf den ersten Blick als tolle Besch\u00e4ftigung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als suboptimal und kann sogar gef\u00e4hrlich sein. Denn das st\u00e4ndige, \u201ehemmungslose\u201c Verfolgen eines fliegenden (sich also schnell bewegenden) Gegenstandes ist nichts anderes als Jagen und verschafft dem Hund einen Kick, den man eigentlich nicht m\u00f6chte. Der sensibilisiert ihn n\u00e4mlich leicht daf\u00fcr, auch anderen sich schnell bewegenden Objekten und auch Lebewesen hinterher zu rennen. Geworfene St\u00f6cke bergen zudem ein hohes Verletzungsrisiko.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Den Hund einsch\u00e4tzen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Sie Ihren Vierbeiner richtig einsch\u00e4tzen, finden Sie verschiedenste M\u00f6glichkeiten, ihn so zu besch\u00e4ftigen, dass er seine Anlagen in \u201egeordneten Bahnen\u201c ausleben kann und k\u00f6rperlich, wie auch mental gefordert und gef\u00f6rdert wird \u2013 ohne aber \u00fcberfordert zu sein. Gemeinsame Unternehmungen, bei denen der Hund mit Ihnen zusammenarbeitet, f\u00f6rdern zudem die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem vierbeinigen Freund. Beste Vorrausetzungen also f\u00fcr ein harmonisches Zusammenleben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Hunde f\u00fchren ein bequemes Leben. 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