{"id":24343,"date":"2020-11-19T11:53:03","date_gmt":"2020-11-19T10:53:03","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=24343"},"modified":"2020-11-18T10:40:57","modified_gmt":"2020-11-18T09:40:57","slug":"problemchen-einfach-managen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/problemchen-einfach-managen\/","title":{"rendered":"\u201eProblemchen\u201c einfach managen"},"content":{"rendered":"<p>Im Zusammenleben mit dem Hund kann es immer wieder einmal Dinge geben, die das harmonische Miteinander etwas beeintr\u00e4chtigen. Besonders bei unerfahrenen Hundehaltern oder wenn ein junger Vierbeiner in die Familie kommt, kann das vorkommen. Schnell f\u00fchlt der eine oder andere Zweibeiner sich dann \u00fcberfordert. Doch zum Gl\u00fcck ist nicht jedes Thema eines, das einen gr\u00f6\u00dferen Aufwand erfordert. So manches \u201eProblem\u201c entpuppt sich bei genauerem Hinschauen allenfalls als ein \u201eProblemchen\u201c, das sich einfacher als gedacht handhaben l\u00e4sst.<\/p>\n<p><u>Wann wird ein Verhalten zu einem Problem?<\/u><\/p>\n<p>In der Regel empfinden wir ein Verhalten des Vierbeiners dann als st\u00f6rend, wenn die Auswirkungen nicht kompatibel f\u00fcr das Zusammenleben mit ihm sind oder negative Folgen f\u00fcr die Umgebung oder auch f\u00fcr ihn selbst haben oder haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>M\u00f6chten wir \u201eung\u00fcnstiges\u201c Verhalten beeinflussen, m\u00fcssen wir die Ursache bearbeiten und verhindern, dass der Vierbeiner mit seinem Verhalten Erfolg hat. Denn Hunde (nicht nur sie) machen etwas in erster Linie dann gern, wenn ihnen ihr Verhalten Spa\u00df macht oder ihnen anderweitig nutzt. Das zu vermeiden ist oft einfacher als gedacht.<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick auf ein paar Beispiele aus der Praxis.<\/p>\n<p><u>Der st\u00fcrmische Welpe<\/u><\/p>\n<p>Bei einer Familie ist der erste Vierbeiner eingezogen \u2013 ein Labradorwelpe. Der Welpe freut sich bis \u00fcber beide Ohren, wenn die Familienmitglieder morgens aus den Schlafzimmern kommen. Das 5-j\u00e4hrige (und j\u00fcngste) Kind kommt als letztes, wenn die anderen Familienmitglieder schon am Fr\u00fchst\u00fcckstisch versammelt sind. \u00a0Auch das wird \u00e4u\u00dferst freudig begr\u00fc\u00dft \u2013 f\u00fcr den Jungen zu freudig, da er der Kleinste ist und den Welpen somit am ehesten im Gesicht hat. Deshalb macht ihm der Welpe zunehmend Angst, wenn er morgens aus dem Kinderzimmer herunter kommt. Das ist nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht der Sinn der Sache.<\/p>\n<p>Was also tun? Das Hundekind zur\u00fcck rufen? Es auf seinen Platz schicken oder beispielsweise \u201eSitz\u201c machen lassen? Das sind alles keine wirklichen Alternativen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Welpe auf Ruf kommt. Vor allem m\u00fcsste er in dieser Situation noch unterwegs umkehren, bevor er beim Kind ist. Ein schwieriges Timing f\u00fcr den Mensch und viel zu anspruchsvoll f\u00fcr den jungen Hund. Ihn auf seinen Platz zu schicken, ist ebenfalls nicht das Mittel der Wahl. Zum einen m\u00fcsste der Welpe das schon k\u00f6nnen, zum anderen w\u00e4re der F\u00fcnfj\u00e4hrige trotzdem eine sehr hohe Ablenkung f\u00fcr den jungen Hund und der somit v\u00f6llig \u00fcberfordert.\u00a0 Zudem m\u00fcsste sich einer der Eltern darauf konzentrieren, dass der Welpe auch auf seinem Platz bleibt \u2013 Stress f\u00fcr alle. \u00a0Ein alternatives \u201eSitz\u201c \u00fcberfordert den Welpen in einer so reizvollen Situation ebenfalls. Und auch hier muss einer der Zweibeiner sich voll auf den jungen Vierbeiner konzentrieren, damit der sitzen bleibt. Au\u00dferdem \u2013 was kommt nach dem Sitzen? Da der Welpe nur kurze Zeit sitzen bleiben kann, wird er letztlich doch zum Kind laufen.<\/p>\n<p>Es geht auch einfacher. Noch bevor das Kind in Sichtweite kommt, wird der Welpe einfach an die Leine genommen. Man k\u00f6nnte ihm auch noch eine kleine Kaustange oder ein Kauspielzeug geben. Jetzt kann der Junge ohne Probleme zum Fr\u00fchst\u00fcckstisch kommen. Zwischen Welpe und Kind muss aber so viel Abstand sein, dass der eine nicht zum anderen gelangen kann. Wichtig ist au\u00dferdem noch, dass der Junge den Welpen sozusagen links liegen l\u00e4sst \u2013 ihn also weder anschaut, noch anspricht. Sind erst mal etwa zehn Minuten (kann auch mehr oder weniger sein) vergangen, ist die \u201eBegr\u00fc\u00dfungsenergie\u201c beim Welpen abgeklungen. Jetzt kann er ohne Kommentar einfach abgeleint werden.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich zus\u00e4tzlich sinnvoll, den Familienrat einzuberufen und mal zu schauen, ob der Welpe von seinen Zweibeinern grunds\u00e4tzlich zu aufgeregt begr\u00fc\u00dft und dadurch \u201ehochgefahren\u201c wird. Dann sollten sich alle einen ruhigeren Umgang angew\u00f6hnen.<\/p>\n<p><u>Der erkundungsfreudige Welpe<\/u><\/p>\n<p>Immer wieder haben frischgebackene Welpenbesitzer das Problem, dass das Hundekind im Garten ausgerechnet solche Dinge \u00e4u\u00dferst interessant findet, die dem Zweibeiner Bauchschmerzen bereiten: Liebevoll gepflegte Beete, besondere Pflanzen, den Gartenteich oder, was durchaus bedenklich ist, Rindenmulch oder Bereiche mit Kies.<\/p>\n<p>Im Sommer ist die Terrassent\u00fcre meist den ganzen Tag offen. So wird der Welpe auf der einen Seite zwar schnell stubenrein, kann sich andrerseits aber allein im Garten vergn\u00fcgen wann immer m\u00f6chte. So manches Hundekind erweist sich dabei als recht kreativ bei der Gartengestaltung. Das gibt sich meist im Laufe des Heranwachsens von selbst, doch bis dahin k\u00f6nnen es anstrengende Wochen oder Monate werden. Deshalb fragen sich viele Welpenbesitzer, wie sie das ihrem kleinen Vierbeiner abgew\u00f6hnen k\u00f6nnen. So mancher beginnt dann damit, jedes Mal, wenn er den Welpen in flagranti erwischt,\u00a0 ver\u00e4rgert auf ihn zuzulaufen und zu schimpfen. Das jedoch zerst\u00f6rt das Vertrauen des Hundekinds zu seinem Mensch. Das kann so weit gehen, dass der Welpe letztlich vor seinem Zweibeiner fl\u00fcchtet, sobald der in den Garten kommt und sich nur dann an Pflanzen &amp; Co. traut, wenn der Zweibeiner nicht in Sicht ist.<\/p>\n<p>Stattdessen gibt es verschiedene einfache und \u201eneutrale\u201c Methoden, um eine \u201eGartengestaltung\u201c durch den Vierbeiner zu vermeiden.\u00a0 Das einfachste ist, Beet, Teich oder besondere Pflanzen mittels eines einfachen Rollgartenzauns aus dem Baumarkt f\u00fcr eine oder zwei Saisonen einzuz\u00e4unen. So gew\u00f6hnt sich der Welpe daran, dass Beet &amp; Co. zwar da, aber uninteressant sind.<\/p>\n<p>Eine weitere, aber aufw\u00e4ndigere Option ist ein Absperrgitter f\u00fcr die Terrassent\u00fcre. So kann der Welpe auch bei offener T\u00fcre nicht allein hinaus, sondern nur mit Ihnen zusammen. Dann k\u00f6nnen Sie ihn ab- und umlenken, sobald er eine \u201eNo-go-area\u201c anpeilt.<\/p>\n<p>Doch manche Bereiche oder gef\u00e4hrliche Fl\u00e4chen mit Kies oder Rindenmulch sind zu gro\u00df, um sie einzuz\u00e4unen. Aber auch daf\u00fcr gibt es eine L\u00f6sung \u2013 die Abz\u00e4unung der Terrasse und eines Teils des Rasens drumherum. Dann kann der Welpe ohne Gefahr f\u00fcr sich und den Garten hinaus.<\/p>\n<p>All diese M\u00f6glichkeiten vermeiden zus\u00e4tzlich zur L\u00f6sung der Probleme unn\u00f6tigen Stress f\u00fcr Zwei- und Vierbeiner. Das tut allen gut.<\/p>\n<p><u>Die Enten im Bach<\/u><\/p>\n<p>Eine Hundebesitzerin beklagte sich, dass Ihr Vierbeiner auf dem Spaziergang an einer Stelle immer in den Bach l\u00e4uft, dort die Enten jagt und erst irgendwann auf ihren R\u00fcckruf h\u00f6rt. Mancher Leser fragt sich jetzt vielleicht, was denn daran ein Problem w\u00e4re. Der Hund erwischt ja eh keine Ente. Enten scheuchen ist jagen. L\u00e4sst man den Vierbeiner diesem Spa\u00df fr\u00f6nen, verst\u00e4rkt sich das Jagen und kann sich zu einem echten Problem auswachsen. Denn f\u00fcr den Vierbeiner ist es ein Kick, egal ob er etwas erwischt oder nicht. F\u00fcr die Enten ist es zudem nicht lustig und flugunf\u00e4hige Junge kann der Hund leicht erwischen. \u201eWehret den Anf\u00e4ngen\u201c ist hier also die Devise!<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung ist einfach \u2013 der Hund wird jedes Mal rechtzeitig, also deutlich vor der Stelle mit den Enten, gerufen und angeleint. Daf\u00fcr bekommt er eine ordentliche Belohnung. Je nachdem, wie ausgepr\u00e4gt der Drang zu den Enten ist, reicht es, einfach vorbei zu gehen oder dem Vierbeiner mittels Happen oder Lieblingsspielzeug das Vorbeigehen zu vers\u00fc\u00dfen. Ist man so weit weg, dass der Hund nicht mehr umkehrt und zur\u00fcck l\u00e4uft, gibt es vor dem Ableinen nochmal einen Happen oder etwa anderes Tolles, zum Beispiel ein Zerrspiel mit dem Lieblingsspielzeug. Wer mehr investieren m\u00f6chte und einen Hund mit entsprechenden Vorkenntnissen hat, kann im Entenbereich mit dem Vierbeiner etwas \u00fcben \u2013 sicherheitshalber aber nur an der Leine. Etwa ruhig sitzen und die Enten lediglich beobachten oder bei-Fu\u00df-Gehen. Nat\u00fcrlich mit reizvoller Belohnung. So lohnt es sich f\u00fcr den Hund, die Enten in Ruhe zu lassen.<\/p>\n<p><u>Fazit<\/u><\/p>\n<p>Eine Familie hat einen \u00e4ngstlichen Hund, der sich von klein an angew\u00f6hnte, am Gartenzaun vorsichtshalber alles anzukl\u00e4ffen, was vorbei geht. Das nervte die Besitzer und vermutlich auch die Nachbarn. Die Terrasse liegt auf der R\u00fcckseite des Doppelhauses entgegengesetzt zur Haust\u00fcre. Der Gartenstreifen entlang der Hauswand zwischen Vorder- und R\u00fcckseite des Hauses ist relativ schmal. Somit w\u00e4re es sehr einfach gewesen, zwischen Hauswand und seitlichem Gartenzaun einen einfachen Rollzaun etliche Meter weg von der Grundst\u00fccksgrenze am \u00f6ffentlichen Weg zu installieren. Dann w\u00e4re der Hund gar nicht bis dahin gelangt und h\u00e4tte sich nicht dauernd von Passanten und fremden Hunden \u201ebedroht\u201c gef\u00fchlt. Aber selbst diese einfache Ma\u00dfnahme war der Familie zu aufw\u00e4ndig. So schie\u00dft der Hund, sofern er im Garten ist, seit drei Jahren jedes Mal ausdauernd kl\u00e4ffend an den Zaun, wenn er Zwei- oder Vierbeiner wahrnimmt und hat ordentlich Stress dabei.<\/p>\n<p>Sie sehen also, es ist zwar oft nur ein geringer Aufwand erforderlich, um ein unerw\u00fcnschtes Verhalten zu beeinflussen. Aber \u2013 von nichts kommt nichts. Auch eine einfache Ma\u00dfnahme muss umgesetzt, sowie entsprechend konsequent und lange genug durchgehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zusammenleben mit dem Hund kann es immer wieder einmal Dinge geben, die das harmonische Miteinander etwas beeintr\u00e4chtigen. 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