{"id":26635,"date":"2021-03-02T12:54:28","date_gmt":"2021-03-02T11:54:28","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=26635"},"modified":"2021-03-03T11:56:08","modified_gmt":"2021-03-03T10:56:08","slug":"ignorieren-wann-und-wie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/ignorieren-wann-und-wie\/","title":{"rendered":"Ignorieren \u2013 wann und wie?"},"content":{"rendered":"<p>Das Ignorieren des Vierbeiners ist im Zusammenhang mit der Hundeerziehung immer wieder Thema.<\/p>\n<p>Doch was bedeutet das eigentlich genau, wann ist es \u00fcberhaupt sinnvoll und wo nicht? Nur wenn man sich dieser Punkte bewusst ist, l\u00e4sst sich Ignorieren wirksam einsetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was es bedeutet und welchen Zweck es hat<\/strong><\/p>\n<p>Im zwischenmenschlichen Bereich hat Ignorieren einen negativen Beigeschmack und man assoziiert damit etwas in Richtung \u201ebeleidigt sein\u201c. Das ist beim Hund nicht so. Hier bedeutet es, dem Vierbeiner v\u00f6llig neutral einfach keinerlei Beachtung zu schenken und nicht auf sein Verhalten zu reagieren. Keine Beachtung hei\u00dft, nichts zu ihm zu sagen, ihn nicht anzufassen und &#8211; ganz wichtig &#8211; ihn auch nicht anzuschauen. Letzteres f\u00e4llt oft am schwersten, weil ein Blickkontakt schnell passiert ist.<\/p>\n<p>Sinn und Zweck des Ignorierens ist es, ein st\u00f6rendes Verhalten des Vierbeiners zu beeinflussen. Grunds\u00e4tzlich ist es wichtig, dass dem Hund ein solches Verhalten dauerhaft nichts bringt. Er darf damit also keinen mehr Erfolg haben. Das gibt schon mal einen Hinweis darauf, wann Ignorieren sinnvoll ist.<\/p>\n<p>Ignorieren ist, richtig eingesetzt, keine Strafe f\u00fcr den Vierbeiner und unter Hunden h\u00e4ufig. Zum Beispiel dann, wenn ein Youngster einen erwachsenen Hund nervt, in dem er auf ihm herumh\u00fcpft und der aber seine Ruhe habe will. Gelassene Hunde lassen das oft \u00fcber sich ergehen und ignorieren den Kleinen dabei komplett. Toben auf dem Gro\u00dfen macht so bald keinen Spa\u00df mehr, weil der nicht mitmacht und so trollt sich der Jungspund wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo hilft Ignorieren?<\/strong><\/p>\n<p>Damit das Nichtbeachten wirkt, muss es umgekehrt so sein, dass der Hund andernfalls einen Vorteil h\u00e4tte. Also dass er durch die Aufmerksamkeit des Menschen etwas erreicht. Das ist der wichtigste Aspekt beim Ignorieren \u2013 es bringt nur dort etwas, bei denen der Vierbeiner die Aufmerksamkeit seines Menschen will oder braucht, um sein Ziel zu erreichen. Selbst ein kurzer Blick ist dabei schon Aufmerksamkeit genug, ebenso ein \u201eH\u00f6r auf\u201c oder \u00c4hnliches!<\/p>\n<p>Ein typisches Beispiel ist das Anspringen. Hunde springen ihren Menschen aus verschiedenen Gr\u00fcnden an. Etwa weil sie sich freuen, weil ihnen langweilig ist oder auch um den Zweibeiner anzurempeln, an die Mahlzeit zu erinnern oder zum Spiel zu animieren. Egal was der Grund ist \u2013 sie m\u00f6chten und brauchen stets die Aufmerksamkeit des Menschen, um etwas zu erreichen.<\/p>\n<p>Ignorieren w\u00fcrde hier bedeuten Arme verschr\u00e4nken, wegdrehen und so stehen bleiben, bis der Hund nicht mehr springt. Sobald er einige Momente damit aufh\u00f6rt, kann man in die Hocke gehen und ihn unten begr\u00fc\u00dfen, wenn alle Viere auf dem Boden sind. Spielen k\u00f6nnen Sie zu einem anderen Zeitpunkt mit ihm, in dem Sie den Hund ihrerseits auffordern, wenn er sich ruhig verh\u00e4lt oder wenn er etwa sein Spielzeug bringt und Sie nicht anspringt. Bei Langeweile und Anrempeln bleibt es beim Ignorieren. H\u00f6rt der Hund auf zu springen, gehen Sie einfach wieder Ihren Dingen nach.<\/p>\n<p>Er merkt nun, dass Anspringen nicht hilft und wird es mit der Zeit lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Der Vierbeiner steht jammernd oder an ihr kratzend an der Terrassent\u00fcre, weil er mal nachschauen m\u00f6chte, ob der Igel oder die Nachbarskatze gerade im Garten unterwegs sind. Wenn Sie nun beharrlich einfach sitzen bleiben und weiterlesen, lernt der Hund, dass sein Getue nichts bringt. F\u00fcr \u201eentspanntes Ignorieren\u201c empfiehlt es sich, bei Bedarf die T\u00fcre kratzfest zu pr\u00e4parieren. M\u00f6chten Sie den Hund in den Garten lassen, machen Sie das dann, wenn er es nicht einfordert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel: Zur F\u00fctterungszeit bellt Ihr Vierbeiner Sie an, um Sie zu erinnern. Auch hier hilft konsequentes Ignorieren. Gef\u00fcttert wird erst, wenn er sich beruhig hat und fr\u00fchestens nach mehreren Minuten Ruhe.<\/p>\n<p>Das sind nur ein paar Beispiele dieser Art von vielen, die es im Zusammenleben mit dem Hund geben kann und bei denen Ignorieren hilft.<\/p>\n<p>Wie schnell Ignorieren wirkt und das Verhalten verschwindet, h\u00e4ngt davon ab, wie oft und lange der Vierbeiner schon Erfolg damit hatte und welcher Typ er ist. Je l\u00e4nger ein Verhalten besteht, umso l\u00e4nger dauert es, es zu \u00e4ndern. Ein willensstarker Hund wird au\u00dferdem l\u00e4nger noch probieren, auf herk\u00f6mmlichem Weg etwas zu erreichen als ein \u201eweicherer\u201c Vierbeiner. Wichtig ist, dass man durchh\u00e4lt, auch wenn es l\u00e4nger dauert. Denn wer aufgibt, \u201esagt\u201c damit seinem Hund: Wenn du dich nur lange genug anstrengst, erreichst du dein Ziel. Dann ist das urspr\u00fcngliche Problem gr\u00f6\u00dfer als es vorher war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wann Ignorieren nichts bringt<\/strong><\/p>\n<p>Sie gehen spazieren, Ihr Hund d\u00fcst in ein Feld, frisst \u00dcbles und h\u00f6rt nicht auf Ihren Ruf. Irgendwann haben Sie Ihren stinkenden Vierbeiner wieder, \u00e4rgern sich tierisch, leinen ihn an und gehen im Stechschritt nach Hause. Dort wird er \u201ezur Strafe\u201c\u00a0 ignoriert. Das kann er nicht einordnen und das kann ihn deshalb auch verunsichern. In einem solchen Fall ist Ignorieren notfalls aber besser als den eigenen, verst\u00e4ndlichen \u00c4rger am Hund auszulassen. Aber es bewirkt nicht, dass er k\u00fcnftig besser auf Ihren R\u00fcckruf h\u00f6rt oder keinen Unrat frisst.\u00a0 <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich las ich im Internet folgendes Beispiel: Wenn man zu seinem Hund \u201ePlatz\u201c sagt, er das aber nicht befolgt, solle man ihn ignorieren, dann w\u00fcrde er es machen. Den Hund w\u00fcrde ich gern sehen. Warum sollte der Vierbeiner sich hinlegen, wenn er etwa im Stehen oder Sitzen etwas total Interessantes sehen kann oder statt sich hinzulegen lieber ein Loch in die Wiese gr\u00e4bt und sein Zweibeiner es dabei bel\u00e4sst?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Besondere Situationen<\/strong><\/p>\n<p>Manchmal kann Ignorieren ein \u201eNotnagel\u201c sein, um sich die eigene \u201eMachtlosigkeit\u201c nicht anmerken zu lassen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Der Vierbeiner verleibt sich 20 Meter entfernt gerade ein St\u00fcck alte Bananenschale ein, was zwar unappetitlich ist, aber nicht gef\u00e4hrlich. Wenn Sie jetzt schimpfend auf ihn zu gehen oder laufen, wird er das Weite suchen und w\u00e4hrenddessen das Teil gen\u00fcsslich fressen. Und nebenbei die f\u00fcr Sie ung\u00fcnstige Erfahrung machen, dass er locker schneller ist als Sie. H\u00e4ufige solche Situationen wirken sich durch die schlechte Laune des Zweibeiners zudem negativ auf die Beziehung Hund-Mensch aus. Deshalb ist es hier besser, so zu tun, als h\u00e4tten Sie \u00fcberhaupt nichts bemerkt (also keine Bewegung Richtung Hund, nichts sagen, ihn nicht anschauen), dann macht er diese Erfahrung nicht und Sie sind nicht frustriert, weil er entwischt ist. Am besten entfernen Sie sich flott. Das motiviert Ihren Vierbeiner n\u00e4mlich dazu, Anschluss zu halten. Am Problem Unrat fressen muss dann separat gearbeitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ignorieren des Vierbeiners ist im Zusammenhang mit der Hundeerziehung immer wieder Thema. 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