{"id":8278,"date":"2019-02-01T09:27:35","date_gmt":"2019-02-01T08:27:35","guid":{"rendered":"https:\/\/flexi.de\/de\/?p=8278"},"modified":"2019-02-01T09:27:35","modified_gmt":"2019-02-01T08:27:35","slug":"die-richtige-balance-zwischen-ruhe-und-auslastung-fuer-meinen-hund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/flexi.de\/de\/die-richtige-balance-zwischen-ruhe-und-auslastung-fuer-meinen-hund\/","title":{"rendered":"Die richtige Balance zwischen Ruhe und Auslastung f\u00fcr meinen Hund"},"content":{"rendered":"<p>Montags Agility-Training, Dienstags Obedience, Mittwochs Dog-Dancing, am Freitag Mantrailing und zwischendurch Trainingseinheiten beim Gassigehen \u2013 Hunde werden h\u00e4ufig t\u00e4glich stundenweise ausgelastet. Wo bleibt da die Zeit f\u00fcr entspannte Spazierrunden oder Kuschelstunden auf der Couch? Und nicht zu vergessen: Wann hat der Hundehalter Zeit f\u00fcr sich selbst? Nat\u00fcrlich gibt es, wie in allen Extremf\u00e4llen, auch das Gegenmodell: Der Hund wird nicht ausreichend ausgelastet und langweilt sich die meiste Zeit des Tages. Doch wie findet man die richtige Balance zwischen Ruhe und Auslastung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Welche Auslastungsarten gibt es?<\/h4>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Arten der Auslastung gibt.<br \/>\nDazu geh\u00f6rt unter anderem die kognitive Auslastung beziehungsweise die Kopfarbeit. Hierf\u00fcr eignet sich beispielsweise Mantrailing oder weitere Nasenarbeit, wie zum Beispiel die Verlorensuche oder die F\u00e4hrtenarbeit.<br \/>\nZur Auslastung z\u00e4hlt auch die k\u00f6rperliche Form wie Spazierg\u00e4nge, Joggen, Agility oder Turnier-Hundesport. Eine Unterrubrik stellen hierbei das Gleichgewichtstraining wie Degility dar.<br \/>\nEine weitere Art der Auslastung sind soziale Kontakte zu anderen Hunden und Menschen. Diese drei Varianten m\u00fcssen nicht gleich stark gef\u00f6rdert werden, sollten jedoch alle im Leben deines Hundes auftauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Wie intensiv soll ich meinen Hund auslasten?<\/h4>\n<p>Ein wichtiger Punkt bei der Auslastung ist die Intensit\u00e4t, also der Grad und die Dauer der Aktivit\u00e4t. Hier gilt es zwischen den verschiedenen Altersgruppen der Hunde zu unterscheiden. Ein Welpe oder ein Senior ben\u00f6tigt in der Regel weniger Auslastung als ein zweij\u00e4hriger Hund, der \u00fcber seine gesamte Power verf\u00fcgt. Das liegt unter anderem daran, dass ein Welpe viel mit der Verarbeitung von Sinneseindr\u00fccken besch\u00e4ftigt ist. Ein Senior hingegen ben\u00f6tigt, wie auch wir im fortgeschrittenem Alter, Ruhe und Zeit zur Entspannung.<\/p>\n<p>Doch unabh\u00e4ngig vom Alter, braucht ein Hund grundlegend sehr viel mehr Schlaf als wir Menschen, n\u00e4mlich zwischen 17-20 Stunden pro Tag. Tats\u00e4chlich kann es f\u00fcr einen Hund sogar gesundheitliche Auswirkungen haben, wenn er nicht ausreichend Ruhe bekommt. Ein Hund hat zwar keinen Job wie wir, bringt jedoch allein durch seine Anpassung an uns Menschen sehr viel Energie auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zu viel des Guten<\/h4>\n<p>Auslastung kann au\u00dferdem zum Teufelskreis werden. Sind Hunde aufgrund von zu viel Action zu aufgedreht, k\u00f6nnen sie nicht zur Ruhe kommen. Hundehalter denken deshalb oft, sie m\u00fcssten ihrem Hund noch mehr Action bieten, obwohl er eigentlich Ruhe ben\u00f6tigt. Es ist au\u00dferdem ein Irrglaube zu denken, nur ein ersch\u00f6pfter Hund sei ein gehorsamer Hund. Mit Sport und Kopftraining allein lassen sich Probleme wie zum Beispiel zerst\u00f6rerisches Verhalten beim Hund (Anknabbern\/Annagen von M\u00f6beln, Teppichen\u2026 etc.) nicht l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Wichtig zu wissen ist au\u00dferdem, dass ein Hund sich dem Aktivit\u00e4tslevel anpasst. Das hei\u00dft: Ist es ein Hund gewohnt, viel zu unternehmen, fordert er irgendwann diesen Grad der Auslastung ein. Weniger ist in dieser Hinsicht also mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Worauf kommt es bei der Balance zwischen Auslastung und Ruhe an und wie finde ich diese?<\/h4>\n<p>Versuche deine eigenen Interessen zur\u00fcckzuschrauben und herauszufinden, was deinem Hund \u00fcberhaupt gef\u00e4llt. Beobachte ihn genau \u2013 was macht ihm Freude? Bl\u00fcht er im Agility auf oder gef\u00e4llt es ihm, wenn du ihm neue Tricks beibringst? Hier kannst du dich auch an den typischen Charaktereigenschaften der Rasse deines Hundes orientieren, wobei diese nicht zwangsl\u00e4ufig zutreffen m\u00fcssen. Achte darauf, dass beim Training eine entspannte Atmosph\u00e4re herrscht. Falls dies nicht der Fall ist, solltest du \u00fcber einen Aktivit\u00e4tenwechsel nachdenken.<\/p>\n<p>Neben der geeigneten Auslastungsart f\u00fcr deinen Hund ist die richtige Balance zwischen Ruhe und Auslastung sehr wichtig. G\u00f6nne dir und deinem Hund Ruhepausen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du mit deinem Hund an einem Tag mal nur spazieren gehst, ohne ihn weiter zu besch\u00e4ftigen. Es ist gut f\u00fcr dich und deinen Hund, wenn ihr zwischendurch schlicht das Zusammensein genie\u00dft und Trainingsaspekte au\u00dfer Acht l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Aspekt ist au\u00dferdem nicht nur die Balance von Auslastung und Entspannung im Alltag, sondern auch im Training selbst. Wenn du mit deinem Hund beispielsweise den Hundeplatz besuchst, solltest du auch hier deinem Hund beibringen zu entspannen, sodass sein Energielevel nicht permanent oben ist. Zuletzt ist die richtige Balance auch zwischen den drei genannten Auslastungsarten zu finden. Hierbei solltest du ebenfalls auf die Bed\u00fcrfnisse deines Hundes eingehen. Es ist auf jeden Fall sehr hilfreich und im Interesse deines Hundes, die drei Arten nach den Vorlieben deines Hundes zum Einsatz kommen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4>Kann zu wenig Auslastung negative Folgen haben?<\/h4>\n<p>Ein Hund ist beispielsweise zu wenig ausgelastet, wenn man mit ihm nur zehn Minuten am Tag spazieren geht und sonst keine weiteren Aktivit\u00e4ten stattfinden. Das kann dazu f\u00fchren, dass sich ein Hund selbst Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten sucht, die dich als Mensch in der Regel nicht begeistern. M\u00f6glicherweise bellt er \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel, rennt durch die Wohnung oder bewacht bestimmte R\u00e4ume im Haus oder den Garten. Im schlimmsten Fall richtet sich die Frustration gegen ihn selbst, sodass er seinem Schwanz hinterherjagt oder an sich herumknabbert. Diese Symptome sind nicht zwangsl\u00e4ufig auf zu wenig Auslastung zur\u00fcckzuf\u00fchren, k\u00f6nnen aber ein Zeichen hierf\u00fcr sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Kann sich zu viel Auslastung negativ auf meinen Hund auswirken?<\/h4>\n<p>Wenn dein Wochenplan, wie eingangs beschrieben, zu vollgepackt ist mit verschiedenen Trainingsstunden und es kaum einen Ruhetag f\u00fcr deinen Hund gibt, ist dein Hund vermutlich zu viel ausgelastet. Auch wenn du es nur gut mit deinem Hund meinst \u2013 feste Ruhe- und Entspannungszeiten sind sehr wichtig. Zu wenige Ruhephasen k\u00f6nnen unter anderem zu Verhaltensprobleme f\u00fchren. Der Grund hierf\u00fcr ist, dass bei zu viel Training, Druck, Stress und \u00dcberforderung steigen. Wenn der K\u00f6rper aus dem Gleichgewicht ger\u00e4t und unter Dauerstress steht, sch\u00fcttet er Stresshormone wie Adrenalin aus. H\u00e4lt der Stress l\u00e4nger an, kann das au\u00dferdem zu k\u00f6rperlichen Probleme und Krankheiten beim Hund f\u00fchren. Stress schw\u00e4cht n\u00e4mlich das Immunsystem, wirkt sich auf den Magen-Darm-Trakt aus und kann zu Nieren-, Kreislauf- und\/oder Herzerkrankungen f\u00fchren. Du kannst deinem Hund gerne neue Dinge beibringen, doch du solltest ihn hiermit nicht \u00fcberfordern und dich in erster Linie lieber auf die Balance zwischen Ruhe und Auslastung konzentrieren. So seid ihr beide nicht nur entspannter, sondern habt auch mehr Spa\u00df am Training, worum es schlie\u00dflich geht. Ob dein Hund zu viel Stress hat erkennst du unter anderem an Unruhe, extremen Hecheln, starke Reaktion auf Umweltreize, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Kot-Urinabsatz und an einer allgemein nerv\u00f6sen Stimmung. Auch depressive Verstimmungen oder gesteigerte Aggressionsbereitschaft k\u00f6nnen Folgen von Stress sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Abschlie\u00dfende Ratschl\u00e4ge f\u00fcr dich und dein Mensch-Hund-Team<\/h4>\n<p>An vermeintliche Richtlinien solltest du dich nicht halten. Es ist beispielsweise ein Irrglaube zu denken, ein Hund brauche mindestens zwei Stunden Bewegung und Auslastung am Tag in Form von Gassigehen. Schon zehn Minuten intensives Training wie \u201eNasenarbeit\u201c k\u00f6nnen f\u00fcr den Hund so anstrengend sein, dass er damit schon f\u00fcr den Tag an kognitiver Besch\u00e4ftigung ausgelastet ist und ein kurzer Spaziergang ausreicht. Es gibt keine allgemeing\u00fcltigen Empfehlungen, da die Auslastungsdauer- und Form auf jeden Hund individuell abgestimmt werden muss. Generell ist die Fixierung auf die Zeit nicht zu empfehlen. Schau, was und wie viel dir und deinem Hund Spa\u00df macht, wie ersch\u00f6pft er danach ist und plane dann den n\u00e4chsten Tag nach seiner aktuellen k\u00f6rperlichen Verfassung. Mit zu viel Stress bei deinen Hundeaktivit\u00e4ten tust du weder dir noch deinem Hund einen Gefallen. G\u00f6nn dir und deinem Hund Zeit zum Durchatmen und auch Zeit f\u00fcr euch allein, wobei ihr einfach nur Hund beziehungsweise Mensch sein d\u00fcrft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montags Agility-Training, Dienstags Obedience, Mittwochs Dog-Dancing, am Freitag Mantrailing und zwischendurch Trainingseinheiten beim Gassigehen","protected":false},"author":196,"featured_media":8281,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216],"tags":[250,252,251],"class_list":["post-8278","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erziehung","tag-auslastung","tag-hyperaktiv","tag-schlaf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/196"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/flexi.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}