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Vier Ideen für die Bewegung und Beschäftigung des Hundes im Haus

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, weshalb Spaziergänge mit dem geliebten Hund kürzer ausfallen. Das können gesundheitliche Gründe oder das Alter des Vierbeiners sein, aber auch gesundheitliche Gründe des Hundehalters. Zudem gibt es nicht wenige Hunde, die bei schlechtem Wetter oder eisigen Temperaturen höchst ungern längere Gassigänge machen. Schlussendlich gibt es dann noch übergeordnete Gründe, wie COVID-19, die uns dazu bringen, mehr Zuhause zu sein.

 

Doch unabhängig davon, was der Grund ist, dass die Spaziergänge kürzer ausfallen, unsere Hunde brauchen ein gewisses Maß an Bewegung, damit die Muskulatur und die Gelenkbeweglichkeit erhalten bleibt. Bleibt diese Bewegung schon über eine kurze Zeit hinweg aus oder ist drastisch reduziert, entstehen im Nu Gelenkerkrankungen. Jedes Gelenk des Hundes ist davon abhängig, dass es regelmäßig bewegt wird, denn nur über die fortlaufende Bewegung eines Gelenks wird eine Pumpbewegung ausgelöst, die eine Ernährung des Gelenkknorpels über die Gelenkschmiere gewährleistet. Bleibt diese Bewegung aus, wird die Gelenkschmiere zäh, der Knorpel wird nicht ausreichend ernährt und es entsteht in der Folge Arthrose.

 

Daher stelle ich in diesem Artikel einige Ideen zur Bewegung des Hundes im Haus vor, die gleichzeitig auch eine schöne Möglichkeit zur Beschäftigung und geistigen Auslastung sind.

 

Vier Ideen, den Hund im Haus zu bewegen und auszulasten

 

Auf einer Decke ausbalancieren

Mit dieser Übung – die Sie sehr leicht im Haus auf kleinem Raum machen können, trainieren Sie die Koordination, das Körpergefühl und die Geschicklichkeit Ihres Hundes. Die Übung ist für Hunde jeden Alters geeignet und kann auch bei Gelenkerkrankungen durchgeführt werden.

 

So geht es

Für diese Übung nehmen Sie ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe Ihres Hundes. Ihr Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen. Nun beginnen Sie leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs zu ziehen. Ihr Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für Ihren Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starten Sie mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigern die Einheiten dann langsam.

 

Umrunden

Mit dem Umrunden wird die gleichmäßige Belastung beider Körperseiten und die Wendigkeit Ihres Hundes gefördert. Auch diese Übung können Sie mit jedem Hund durchführen. Lediglich bei einer Instabilität der Wirbelsäule ist hier Vorsicht geboten.

 

So geht es

Dazu stellen Sie sich hin. Locken Sie nun Ihren Hund mit einem Leckerli in der rechten Hand rechts um Ihre Beine herum. Wenn Ihr Hund hinter Ihnen ist, kommt Ihre linke Hand zum Einsatz und Sie holen ihn hinter sich mit dem Leckerli in Ihrer linken Hand ab und führen ihn wieder vor sich. Die Übung können Sie natürlich auch im nächsten Schritt mit einem Signalwort aufbauen und das Leckerli nach der Hälfte des Weges weglassen. So wird die Bewegung dann immer flüssiger. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund in beide Richtungen läuft, damit beide Körperhälften gleichmäßig trainiert werden.

 

Alle Viere

Die Übung Alle Viere ist eine Übung, die sich für jeden Hund eignet, ganz gleich ob er fit und agil ist, oder bereits älter oder unter Gelenkproblemen leidet. Für die Übung beginnen Sie mit einem recht großen, flachen Target, auf dem Ihr Hund bequem stehen kann. Das kann zum Beginn z.B. einfach eine Fußmatte sein. Geht Ihr Hund mit allen vier Pfoten darauf, belohnen und loben Sie ihn. Wenn er es sicher beherrscht, mit allen Vieren darauf zu stehen, wählen Sie im nächsten Schritt ein etwas kleineres Target, auf das Ihr Hund sich mit allen vier Pfoten stellen soll. Auch hier können Sie es sehr gut wieder mit eine Wortsignal verbinden. Lassen Sie die Targets Schritt für Schritt kleiner werden.

Mit der Zeit können Sie auch in der Höhe des Targets variieren. Ich empfehle Ihnen jedoch, dass Sie zunächst auf einem flachen Target trainieren, damit Ihr Hund die Übung sicher beherrscht.

Die kleiner werdenden Erhöhungen führen dazu, dass Ihr Hund sich immer mehr ausbalancieren muss und ein höheres Maß an Köperspannung aufbringen muss. Die Balance und Koordination Ihres Hundes werden gefördert und ein gutes Körpergefühl trainiert. Zudem muss er seinen Rücken aufwölben, was die Beweglichkeit fördert und die Rückenmuskulatur stretcht. Auch seine Bauchmuskulatur, die unerlässlich für einen starken Rücken ist, wird trainiert.

 

Der Hindernisparcours

Ziel der Übung ist es, dass Ihr Hund bewusst unterschiedliche Materialien und Hindernisse wahrnimmt und seine Propriozeption gefördert wird. Gleichzeitig wird das Gleichgewichtsgefühl gestärkt und der Hund bekommt mehr Sicherheit.

Für das Training im Haus können Sie verschiedenste und immer wieder auch wechselnde Materialien nutzen, damit sich bei Ihrem Hund kein Gewohnheitseffekt einstellt.

 

Ideen für verwendete Materialien:

 

  • Bücher
  • Luftmatratze
  • Balancekissen
  • Brett
  • Fussmatte/Kokosmatte
  • ein kleiner leerer Karton
  • eine Schale mit Korken
  • eine Schale mit Bällen
  • Leiter
  • Besenstiel
  • Noppenfolie
  • Kissen
  • Zeitungspapier

 

Bei der Auswahl der Materialien sollten Sie nur immer darauf achten, dass Ihr Hund sich nicht verletzen kann und dass sie der Körpergröße Ihres Hundes angemessen sind. Die Hindernisse sollen leicht zu absolvieren sein, damit Ihr Hund sich auf langsame und bewusste Bewegungen konzentrieren kann.

 

Die Aufgabe ist, dass Ihr Hund langsam und sehr bewusst, die Hindernisse überwindet, bzw. durchläuft. Damit Sie dies gut steuern können, bietet es sich an, dass Sie ihn an der Leine führen, für den Fall, dass er hektisch oder unruhig ist. Versuchen Sie ihn möglichst nach einem Hindernis zu belohnen und nicht, wenn er sich darauf befindet. Sonst ist er abgelenkt und es ist vorbei mit der Konzentration.

 

Halten Sie auch hier die Einheiten kurz, da Ihr Hund sich in der Bewegung sehr konzentrieren muss. Ich empfehle Ihnen, mit zwei Einheiten á 1 Minute zu beginnen. Wenn Sie spüren, dass Ihr Hund hektisch oder unsicher wird, halten Sie die Übungseinheiten kürzer. Grundsätzlich darf jeder Hund bei dieser Übung mitmachen. Hinsichtlich der Hindernisse können Sie den Schwierigkeitsgrad hervorragend variieren.

 

Die Übungen machen Spaß, sind aber auch fordernd für Körper und Geist!

 

Auch wenn sich diese Übungen vorwiegend auf die Bewegung des Hundes konzentrieren, ist es immer so, dass es für Ihren Vierbeiner immer auch ein hoher geistiger Anspruch ist und Konzentration erfordert. So haben Sie die Möglichkeit, auch in Zeiten kürzerer Spaziergänge immer genügend für die Bewegung des Hundes zu tun und ihn auch gleichzeitig geistig auszulasten. Zusätzlich sorgt das gemeinsame Training mit Ihrem Hund dafür, dass Ihre Bindung gestärkt wird. Achten Sie immer darauf die Einheiten kurz und der Leistungsfähigkeit Ihres Hundes entsprechend zu gestalten.

 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit mit Ihrem Hund und viel Freude bei den gemeinsamen Aktivitäten im Haus!

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